Paznauntal Piz LaverFür unsere 3-Tages-Skitour hatten wir uns als Domizil die Heidelberger Hütte, 2.264 m, im Paznauntal ausgesucht. Gegen 6 Uhr fuhren wir zu acht nach Ischgl, 1.339 m, parkten dort auf dem gebührenpflichtigen Hüttenparkplatz gleich am Ortsanfang. Es wurde aufgesattelt, los ging es Richtung Ortsmitte zur Fimbabahn. Dort fragten wir vorsichtig an, ob es auch für Skibergsteiger eine Bergfahrt bis zur Mittelstation, 1.630 m, gab. Auf der Internetseite stand, dass hier nur Wanderer ohne Skiausrüstung eine Berg- und Talfahrt kaufen können. Doch wir hatten Glück, kauften also eine Karte und gelangten so ganz gemütlich zur Mittelstation. Dort wurde erst mal festgestellt, dass ein paar Stöcke im Tal verblieben waren, was wiederum vom Liftpersonal schnellstens erledigt war – ein großes Lob an die Liftbetreiber, ein wirklicher Service bei so einer Menschenmasse, die da ja am Morgen erst mal weggekarrt werden muss. Endlich also konnte es losgehen, vor uns lagen ca. 13 verbleibende Kilometer Strecke, die es zu überwinden galt. Der Planet strahlte unerbittlich, die Wasserblasen an den Füßen wuchsen mit jedem Kilometer, so groß, dass nicht mal mehr die Blasenpflaster die geschundenen Parzellen abdeckten. Am späten Nachmittag, nachdem wir die Schweizer Grenze - mit einem Bronzeschild markiert – kamen wir bei der Heidelberger an. Es wurde einquartiert, anschließend gab es noch eine kleine Skitour zum namenlosen Gipfel, 2.872 m, der dem Piz Mottana vorgelagert ist, um schon mal die Schneequalität zu testen. Wir hatten uns bewusst einen Westhang ausgesucht, damit möglichst lange die Sonne unsere Abfahrt bescheint, um nicht vorzeitig in Harsch überzugehen. Pünktlich zum Abendessen um halb sieben waren alle wieder Vorort.Paznauntal Sonne purPaznauntal Anstieg Breite KronePaznauntal Anstieg
Paznauntal Breite KronePaznauntal GrenzePaznauntal Zurück zur Hütte

Am Samstagmorgen nach dem Frühstück machten wir uns auf zur Breiten Krone, 3.079 m, einem wunderbaren Dreitausender. Alle – die Skitourengeher wie auch unser Schneeschuhgeher – kamen am Gipfel an, die letzten Meter zum Gipfelplateau musste man zu Fuß gehen, da die Kuppe schneefrei und verblasen war. Bei stürmischem Wind genoss man die Aussicht, um dann hinab zum Kronenjoch, 2.974 m, zu fahren, um dort die Mittagsbrotzeit einzunehmen. Da es noch früh am Tag und auch die Bedingungen ideal waren, beschloss man, hinab in den Talkessel, ca. 2.700 m, zu fahren, um anschließend auf der Ostseite hinauf zum Piz Laver, 2.984 m, zu spuren. Auch hier musste das letzte Teilstück zu Fuß bewältigt werden, da der Grat sehr windverblasen war. Oben angekommen, platzierten wir uns rund um das Steinmandl, das das Gipfelkreuz ersetzte, und genossen die Aussicht. Wieder zurück am Skidepot, kam nun die Genussabfahrt in den unverspurten Hang, der absolute Pulverschneequalität verhieß. Am frühen Abend waren alle zurück beim Quartier.
Paznauntal Gipfel Breite KronePaznauntal Anstieg Lareinfernerspitze

Auch der Sonntagmorgen wurde nach dem Frühstück noch für ein Gipfelerlebnis genutzt, die Skitourengeher machten sich auf den Weg zur Larainfernerspitze, 3.009 m. Unser Schneeschuhgeher wählte den etwas näher gelegenen Piz Davo Sassè, 2.791 m, da er sich ja schon früher an den Talabstieg machen musste. Im ersten Abschnitt war die Skispur eisig hart gefroren, wir hofften, dass die Sonne den Schnee bis zur Abfahrt noch etwas antauen würde. Mit Harscheisen jedoch meisterten wir alle Passagen, oben am Gipfel war nur unsere Gruppe, es war absolut windstill und hatte totale Weitsicht. Schweren Herzens machten wir uns an die Abfahrt, da uns ja anschließend noch die 14 km Talabfahrt bevorstand und wir nicht wussten, wie gut es lief, bzw. wie viel man schieben musste. Erst einmal genossen wir die Abfahrt, die so gewählt wurde, dass möglichst viele sonnenabgeneigte Passagen zu fahren waren, um wieder in den Genuss von Pulverschnee zu kommen. Lediglich die letzten Meter zur Hütte waren noch etwas harschig.
Auf der Sonnenterrasse wurde noch was getrunken, anschließend das ganze GebäPaznauntal Heidelberger Hütteck Paznauntal Hüttenpauseaufgenommen. Das erste Wegstück lief relativ gut, da der Schnee kaum angetaut war und man kräftig Fahrt aufnehmen konnte. Je mehr wir jedoch an Höhe verloren, umso wärmer wurden die Temperaturen, es wurde sulzig und das Schieben begann. Die Skifahrer waren nach einer Stunde im Tal, den Schneeschuhgeher hatten wir unterwegs überholt, deshalb gab es noch einen schnellen Kaffee in Ischgl auf einer Sonnenterrasse, um anschließend gemeinsam zurück zum Parkplatz zu laufen. Drei Tage pures Schneevergnügen –trotz Blasen und kleinerer Blesuren – das war das Fazit der gesamten Truppe.Paznauntal Gipfel Piz Laver
Paznauntal Ankunft IschglPaznauntal KronenjochDiese wunderbaren Skitage verbrachten gemeinsam: Gerd, Christian, Victoria, Rudi, Christl, Jürgen, Christian, nani.