Das muss ja auch einmal sein: Eine Tour, bei der alles wie am Schnürchen klappt. Und dabei standen die Vorzeichen nicht ganz optimal. Aber von vorne: Der Run auf die Anmeldeplätze war groß, nachdem die JUB-Gruppe eine der wenigen Hochtouren im diesjährigen Sommerprogramm der Sektion angeboten hatte. So kam es, dass sich an einem Samstag Ende Juli eine zwölfköpfige Gruppe am Parkplatz des Silvretta-Stausees einfand. Von dort stiegen wir zur Wiesbadener Hütte (2443 m) auf, unserem Ausgangspunkt für die geplante Tour auf den Großen Piz Buin.

Die Wetterprognose für den Folgetag war allenfalls mäßig; das Wetter war insgesamt als recht unbeständig angesagt, ab mittags war mit länger dauernden Gewittern zu rechnen. Ohje, dachten sich einige von uns, und das mit unserer „Gletscher-Karawane“ - zwei Sechserseilschaften bewegen sich naturgemäß nicht so zügig wie beispielsweise ein eingespieltes Dreierteam. Angesichts des Gewitterrisikos war also ein gewisser Zeitdruck zu spüren, und so kamen wir am nächsten Morgen tatsächlich fünf Minuten vor (!) der vereinbarten Abmarschzeit los. Die unerwartete Barfuß-Querung eines Schmelzwasserflusses knapp unterhalb der Gletscherzunge, das unschwierige Blockgelände, den eisbedeckten Steilaufschwung und das überwiegend flache Gletscherbecken des Ochsentalferners überwand die Gruppe problemlos, so dass die erste Seilschaft planmäßig nach gut drei Stunden die Buinlücke auf 3050 m erreichte. Die letzten 300 Höhenmeter führten von dort über leichte Felskletterei (I-II) zum Gipfel (3312 m). Auf dem Rückweg ging am gegenüberliegenden Hang des Kleinen Buin mehrfach Steinschlag ab, was wir jedoch aus sicherer Entfernung beobachteten. Mehr Sorgen machte uns der allmählich zuziehende, dunkler werdende Himmel, doch das Wetter: Hielt! Es hielt den gesamten Rückweg bis zur Hütte, uns erstaunlicherweise hielt es sogar bis zur Ankunft am Parkplatz am frühen Abend.

Dennoch, Wetterglück hin oder her – wäre die Gruppe nicht so super-diszipliniert und technisch wie konditionell gut aufgestellt gewesen, wäre eine solch schöne Tour sicher nicht gelungen!