Sektionsfahrt Sächsische Schweiz zu Fronleichnam 31. Mai – 3. Juni 2018

Die Fahrt stand unter dem Motto: Die Sächsische Schweiz ist anders: Nicht Kilometer "fressen", sondern an vielen Aussichtspunkten rasten und die Landschaft aufsaugen.

Schon August der Starke hielt sich gerne auf dem Lilienstein auf. Die 36 Augsburger Wanderer – wenn auch nicht ganz so berühmt wie der Sachsenkönig – waren nach 6-stündiger Busfahrt, auf der wir mit Gabriela auf ihren Geburtstag mit Sekt und Selbstgebackenem anstoßen durften, heilfroh, die Wanderschuhe zu schnüren, um bei hochsommerlichen Temperaturen im kühlen Schatten von Buchenwäldern in weniger als einer Stunde den Lilienstein zu erklimmen. Von unserer Fahrtenleiterin Angelika aus Chemnitz erfuhren wir, warum wir meist auf sandigen Wegen liefen. Vor Millionen Jahren lag die Sächsische Schweiz im Meer. Weiche Gesteine wurden abgeschliffen, während die harten Gesteine stehen blieben und bis heute darauf warten, als "Steine" von Kletterern und Wanderern "eingesammelt" zu werden.

Idagrotte
Idagrotte (Gabriela Richter)

Nach ausgiebiger Rast bei sächsischen Spezialitäten Eierschecke und Mohnkuchen erkundeten wir über Leitern die markanten Felsformationen aus Elbsandstein, die sonst nur Kletterern vorbehalten sind, mit Weitblick zur Bastei, über die idyllischen Örtchen Rathen und Königstein an der Elbe, aber auch mit Tiefblick in steil abfallende Schluchten, die dem einen oder der anderen leichtes Kribbeln in der Magengrube verursachten, jedoch bestens abgesichert durch stabiles Geländer.

Am zweiten Tag ging's bei wiederum strahlendem Sommerwetter im angenehm kühlen Wald zu den Lichtenhainer Wasserfällen, eine von den findigen Sachsen erfundene Touristenattraktion, bei der man Geld einwerfen und an einer Strippe ziehen musste, damit sich das Wasser aus einem Auffangbecken in einen Wasserfall verwandelte. An uns vorbei zog die romantische Kirnitzschtalbahn. Dann über schier endlose Treppen entlang den Affensteinen zur Idagrotte, einem Felsdach auf einem luftigen, aber geräumigen Plateau. Dank Halterungen an der Wand war ein kurzes Stück auch für nicht Schwindelfreie gut machbar. Bis tief hinein in die böhmische Bergwelt reichte unser Blick. Ein weiterer Höhepunkt war der Kuhstall, ein riesiges Felstor, das einst Schutz für Kühe und jetzt Wanderer bot. Der einzige heftige Regenschauer der ganzen Fahrt erwischte leider die Gruppe, die zuerst die farnbewachse Wilde Hölle bezwang und dann  hinauf über die Himmelsleiter wollte. Alle drei Gruppen fanden sich dann aber in der gemütlichen Einkehr beim Kuhstall ein, während es draußen weiter kübelte.  Gemütlicher Abstieg bei nachlassendem Regen zum Busparkplatz in Lichtenhain.

Kuhstall
Kuhstall (Gabriela Richter)

Angelika wurde nicht müde, uns jeden Abend noch weitere Alternativen anzubieten, kannte sie doch das Gebiet der Steine in- und auswendig.

Ein weiteres "Muss" ist der große und kleine Zschirnstein, die höchste Erhebung der Sächsischen Schweiz mit 562,74m! Vorbei an der Opfereiche, die mehrfache Blitzeinschläge unbeschadet überstanden hat und auf geschichtsträchtigen Steigen, denen schon August der Starke folgte, bis zur Wildbrethöhle, in der einst erlegtes Wild zum Trocknen aufgehängt wurde. Immer eine Augenweide der auf den Tafelbergen und in den Wäldern stark vertretene und absolut giftige Fingerhut Digitalis Purpurea, der von hell- bis dunkelpink seine Schönheit entfaltete. Laut Angelika sind die Zschirnsteine noch ein echter Geheimtipp, da noch nicht so touristisch und man hier Ruhe pur erleben darf.  Wer den imposanten Aufstieg durch schmale Felsschlüchte auf die Schrammsteine und den Gratweg nicht erlebt hat, hat die Sächsische Schweiz nicht gesehen, so unsere Chemnitzerin.

Der Bloßstock neben der Wilden Hölle
Wilde Hölle (Gabriela Richter)

In den Schrammsteinen
Schrammsteine (Gabriela Richter)

Ein neuer Höhepunkt erwartete uns ab Schmilka, dort wechselten wir das Elbufer per Fähre. Hinauf ging's auf die Kaiserkrone, auf die schon Caspar David Friedrich seine Malerstaffel geschleppt hat, um den Wanderer im Nebelmeer zu malen. Wir hatten allerdings mehr Glück mit dem Wetter. Als nächstes erreichten wir den Zirkelstein, den sich bei schönstem Kaiserwetter auch eine Hochzeitsgesellschaft ausgesucht hatte.

Heimwärts über Schöna musste eine von uns in einem Kneippbecken ein unfreiwilliges Ganzkörperbad nehmen, blieb aber zum Glück ansonsten unbeschadet.

Auch am Tag der Heimreise sammelten wir noch zwei weitere Steine. Direkt vom Hotel über kühle Wald- und Wiesenwege, an blühendem Mohn und leuchtenden Kornblumen entlang, dann über viele trockene Stufen und gut gesicherte Eisenleitern, vorbei an sogenannten Boofen (sächsisch für Höhle), in denen Kletterer gerne nächtigen. Kurz vor dem Gipfel wurden die Leitern immer steiler und enger, ein Wunder, dass niemand stecken geblieben ist! Auf dem Gohrisch, teils mit Geländer gesichert, durfte man der Felskante nicht zunahe kommen. Immer wieder neue, archaisch anmutende Felsformationen begeisterten uns alle. Die Ambitionierten wählten den Aufstieg durch die Falkenschlucht, so dass wieder alle auf ihre Kosten kamen.

Der Falkensteinhöchster freistehender Gipfel der Sächsischen Schweiz
Falkenstein (Gabriela Richter)

Auf den Papststein, dem letzten Stein in unserer Sammlung, ging es durch schattige Wälder, in denen immer wieder riesige abgestürzte Felsblöcke herumlagen und an Märchenwälder erinnerten. Bei grandioser Aussicht und Einkehrmöglichkeit entspannten wir uns bei etwas kühlerem Wetter, bevor wir den kurzen Abstieg zum Bus um 13 Uhr antraten.

Es war eine absolut lohnende Ausfahrt ob für Genusswanderer, Ambitionierte oder Kulturliebhaber, die am dritten Tag mit dem historischen Raddampfer einen Ausflug in das reizende Städtchen Pirna  unternahmen. Abgerundet wurden die eindrucksvollen Wanderungen durch unser idyllisch am Waldrand von Gohrisch gelegenes Parkhotel, in dem der Geist der alten DDR noch auf charmante Weise spürbar war und in dessen Garten Schostakowitsch sein 8. Streichkonzert komponierte. Auch unsere kulinarischen Ansprüche wurden bei dem äußerst reichhaltigen und schmackhaften Frühstücksbüffet sowie leckeren Klassikern der sächsischen Küche bestens erfüllt. Dank euch allen, die dies möglich gemacht haben!
Am 24.06.2017 ging es für zehn Frischlinge (Agnes, Anne, Marion, Jonas, Wolfgang, Andreas, Benedikt, Alexander, Korbinian und Marcus) und 2 Klettersteigprofis (Jürgen und Thomas) los zum Schnupperklettersteigkurs. Unser Ziel war der Friedberger Klettersteig.

Gegen 7 Uhr war jeder am Treffpunkt DAV-Kletterzentrum eingetroffen und zehn Minuten später ging es mit drei Autos los zum nächsten Sammelpunkt, die Gondelbahn Füssener Jöchle. Keine 1,5h später waren wir auch schon dort, trotz eines Zwischenstopps beim Bäcker.

Die Entscheidung mit der Gondel hochfahren oder laufen fiel sehr schnell zu Gunsten Hochfahren mit der Bahn aus. Im weiteren Verlauf des Tages erwies sich das als richtige Entscheidung. Also Kombiticket für Berg- und Talfahrt gekauft, ab in die Gondel und rauf aufs Füssener Jöchle. Von dort ging es gg. 9:30 Uhr in Richtung Kleine Schlicke und Otto Mayr Hütte. An der Weggabelung zum Alpengarten sind wir abgebogen und haben nach ein paar Metern den markierten Weg verlassen und sind quer feldein zum Wanderweg  unterhalb des Klettersteins gegangen. Auf dem Weg dorthin gab es von Thomas noch eine Unterrichtsstunde in Sachen Pflanzenkunde. Kaum einer von uns kannte die Blumen und Gräser, die neben dem Weg wuchsen. Kurz unterhalb des Geröllhangs pausierten wir und machten uns mit der Ausrüstung vertraut. Das Anlegen des Hüftgurtes, das korrekte Befestigen des Klettersteigsets und des Helmes wurden geübt. Nachdem alle unter den „strengen Augen“ unserer Kursleiter die Aufgabe gemeistert haben, hieß es alles wieder ausziehen, verstauen und ab ins Geröllfeld. Bergwandern auf Geröll ist schon etwas herausfordernder als auf normalem Terrain, auch das richtige (Tritt-)Verhalten sollte geübt und beherrscht sein. Daher gab es vor dem eigentlichen Ziel auf halber Höhe zum Einstieg noch eine Lektion in Sachen wie bewege ich mich talabwärts auf Geröll, zum Glück ohne Rucksack. Jürgen zeigte uns die Lauftechnik und es ging wieder ca. 50m abwärts. Es zeigte sich, dass es richtig Spaß machen kann den Geröllhang so flott hinunterzugehen. Leider mussten wir diesen auch wieder rauf. Nach diesem kleinen Exkurs ging es weiter zum Einstiegspunkt Friedberger Klettersteig. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und ein kurzer Regenschauer zwang uns die Regensachen anzuziehen und die Sachen im wahrsten Sinne des Wortes auszusitzen. Aber auch dieser ging so schnell vorbei wie er gekommen war. Nachdem jeder seine Ausrüstung angelegt hatte, ging es zum Einstieg.

Bevor es richtig losgehen konnte, erläuterte uns Jürgen die Grund- bzw. Verhaltensregeln im Klettersteig. Immer mit beiden Seilen des Klettersteigsets sich einhängen, idealerweise einmal mit der Öffnung des Hakens unten und einmal oben. So läuft man nicht Gefahr beide Seile auf einmal abzumachen und ungesichert im Klettersteig zu hängen. Pro Klettersteigabschnitt befindet sich immer nur eine Person, d.h. das Umsetzen (Lösen und Befestigen) erfolgt erst nachdem der/die Vorausgehende den Abschnitt gemeistert hat. Sollte sich bei aller Vorsicht doch mal ein Stein lösen, dann ist durch lautes Rufen „Achtung Stein“ die hinter einem klettern zu warnen.  Thomas’ Rat, der Reflex in Richtung des Rufenden zu schauen sollte unterdrückt werden, da sonst der Helm seine eigentliche Aufgabe nicht erfüllen kann und neben der (wahrscheinlich) teuren Brille auch die Gesichtszüge Schaden nehmen. Bei Steinschlag heißt die Devise nah ran an den Fels und Kopf einziehen. Der Einstieg zum Klettersteig (ca. 11:45 Uhr) hatte es für uns Ungeübte bereits in sich, ein gewisser Größen- und Beinlängenvorteil war hier von Vorteil. Danach wurde es leichter. Die Technik mit dem Umsetzen klappte auch immer besser. Gg. 12:30 Uhr waren wir alle oben am Gipfel vom Klettersteig und es gab einen Handschlag von Jürgen zum ersten gemeisterten Klettersteig. Oben am Gipfel wurde erstmal Rast gemacht und Leib und Seele mit Essen und Trinken verwöhnt. Hier fiel dann auch die Entscheidung auch noch die Läuferspitze in Angriff zu nehmen und sozusagen einen zweiten Klettersteig gleich noch hinterherzuschieben. Also ging es gg. 13:00 Uhr los in Richtung Läuferspitze und nach 40min war diese auch erreicht. Auf die Läuferspitze gibt es zwei Wege, einen zur Bergstation gelegen und einen gegenüber. Wir nahmen für den Auf- und Abstieg den zweiteren. Hier war der Klettersteiganteil zwar sehr gering aber dafür deutlich steiler und schwerer als der zuvor. Aber auch dies wurde von allen geschafft. Nach den beiden Klettersteigen ging es dann zur Otto Mayr Hütte auf einen Kaffee und Kuchen. Die Klettersteigausrüstung konnte für den Weg dahin auch wieder abgelegt werden. Da wir auf die Zeit achten mussten, wurde Thomas seinem Spitznamen „Terrier Thomas“ gerecht und sprintete förmlich den Berg hinunter; und wir hinterher. Auf dem Weg zur Otto Mayr Hütte trafen wir dann noch DAV Kollegen die gerade ihren Umweltkurs absolvierten.

Um 15:00 Uhr waren wir am Ziel. Nach zwei Klettersteigen ließen wir den Tag auf der Terrasse der Otto Mayr Hütte ausklingen. Aber so schön es da auch war, wir mussten uns ja auch wieder auf den Rückweg machen. Gesagt getan, um 10 vor vier ging es wieder los in Richtung Bergstation der Füssener Jöchle Bahn. Das Ziel war die letzte Abfahrt um 16:30 Uhr noch zu erwischen. Leider haben wir diese um 5min verpasst. 16:35 Uhr sind halt doch 5min zu spät. Das hieß wir mussten zu Fuß zurück zum Auto und die Skipiste herunterlaufen. Das war die letzte Anstrengung für diesen Tag. Aber mehr brauchten wir auch nicht. Die Oberschenkel brannten wie Hölle. Um 17:35 Uhr waren wir alle wieder bei den Autos und es ging zurück nach Augsburg und nach 1,5h waren wir wieder auf Ausgangspunkt dem DAV Kletterzentrum.    

Zum Abschluss nochmals vielen Dank an Thomas und Jürgen für den super Tag. Der eine oder andere von uns wird sicher auf den Geschmack gekommen sein und den einen oder anderen Klettersteig zukünftig bezwingen zu wollen.
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