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Vorbereitung:

Nach Beginn der Lockerungen und Grenzöffnungen bedeutete das,

- die Bestätigungen der Hüttenreservierungen aufgrund der aktuell geringeren Belegungskapazitäten neu einzuholen (diese hatte ich vor Corona noch im Dezember 2019 reserviert)
- die zusätzlich erforderlichen Ausrüstungsgegenstände zu erfragen (warmer Schlafsack, Kissenbezug, Mund-Nasen-Schutz etc.), die leider von Hütte zu Hütte variieren
- Abgabe der coronabedingten Haftungserklärungen von uns Tourenleitern und sämtlichen Teilnehmern
- Überprüfung der Regelungen für Fahrgemeinschaften in Deutschland/Österreich/DAV

Glücklicherweise bekam ich die erneuten Bestätigungen von allen 3 Hütten trotz der aktuell geringeren Belegungskapazitäten für sämtliche Plätze.

Auch die Ausschreibung lief trotz der Corona-Beschränkungen und den erforderlichen Haftungserklärungen im Vorfeld erfolgreich, so dass Werner und ich mit der vollen Belegung von 10 Teilnehmern starten konnten.

20.08.20 Anreise Augsburg – Geraer Hütte

Wir fuhren in Pkw-Fahrgemeinschaften (3 Autos mit je 4 Personen) über Garmisch – Innsbruck – Brennerautobahn bis Matrei am Brenner und weiter bis St. Jodok, hinein ins Valsertal bis zum Parkplatz der Geraer Hütte im Talschluss. Bis dahin verfolgten uns noch dichtere Wolken und einige Regentropfen. Nach einer Einkehr im Gasthof Touristenrast wanderten wir mit vollgepackten Rucksäcken (zusätzlicher warmer Schlafsack!) bei immer sonnigerem Wetter hinauf zur Geraer Hütte. Mit leichtem Gepäck ging es nachmittags optional –was von fast allen Teilnehmern gern genutzt wurde– noch auf den aussichtsreichen Rücken des Steinernen Lamms. Schöne Blicke auf Olperer, Fußstein und ins Schmirntal belohnten diesen Nachmittagsausflug. Zurück an der Hütte genossen wir abends die regionalen Hüttenspezialitäten wie Knödeltris, Schlutzkrapfen etc. und bewunderten den malerischen Sonnenuntergang. Ein gelungener Auftakt unserer Tour!

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21.08.20 Geraer Hütte – Alpeiner Scharte – Pfitscher-Joch-Haus

Ein wolkenloser Himmel begrüßte uns, es war ein Traumtag vorhergesagt! Nach einem ausgiebigen Frühstück am Buffet stiegen wir schattseitig hinauf Richtung Alpeiner Scharte. Unterwegs begegneten wir einem stattlichen Steinbock und besichtigten die Reste eines von den Nationalsozialisten erbauten Molybdänbergwerks samt Seilbahnstützen. Im 2. Weltkrieg mit Zwangsarbeitern unter hohen Verlusten errichtet und dann doch nie in Betrieb genommen – ein geschichtliches Mahnmal. Der Steig zog nun steil zur Alpeiner Scharte hinauf. Auf 2.959m oben angekommen wurden wir mit einem wunderbaren Blick auf die Gipfel des Zillertaler Hauptkamms (Großer Möseler, Schwarzenstein, Hochfeiler u.a.) belohnt.

Auf der Südseite ging es nun ebenso steil aber in der Sonne bei wärmeren Temperaturen hinunter, bis wir die Querung des Höhenwegs von der Olpererhütte erreichten und ohne nennenswerten Höhenverlust zum Pfitscher Joch queren konnten. Dort genossen wir am Pfitscher-Joch-Haus Kaffee und Kuchen (besonders die Buchweizentorte ist sehr zu empfehlen!). Den restlichen Nachmittag zog es uns wahlweise Richtung Rotbachlspitze (2.897m) mit grandiosem Blick auf die Hängegletscher des Hochferner oder zum Baden an den unterhalb der Hütte gelegenen See (oder beides). Den Luxus der Betten und Duschen auf dieser Privathütte wussten wir sehr zu schätzen (mal eine Nacht ohne Schlafsack und Lager …!) und das Abendessen war in allen Variationen echte Bergsteigerportionen (auch unsere vier Männer wurden alle satt!)

22.08.20 Pfitscher-Joch-Haus – Landshuter Europahütte

Um 6:15 wurde ich wach und schaute zum Fenster hinaus: der Himmel glühte im Morgenrot, das sich auch im See unterhalb spiegelte! Ein Farbenfeuerwerk, das aber nichts Gutes versprach! Laut Wetterbericht war für den Nachmittag eine Gewitterfront angekündigt. Daher starteten wir gleich nach dem Frühstück. Auf panoramareichem Weg ging es leicht bergauf hinüber zur Landshuter Europahütte. Die Hütte liegt aussichtsreich an der Friedrichshöhe auf 2.693m, steht je zur Hälfte auf österreichischem und italienischem Grund und sie hat eine bewegte Vergangenheit durch die Weltkriege hindurch. Auf dem Weg nahmen die Wolken zu und wir bekamen bei Ankunft vom Hüttenwirt die Empfehlung, für die Besteigung des Kraxentrager bald aufzubrechen. So wurde es für uns Gipfelaspiranten eine kurze Brotzeitpause. Aber die Wolken blieben über Gipfelniveau, nur im oberen Bereich fing sich eine Wolkenbank an der Nordseite des Kraxentrager und brachte beeindruckende Stimmungen beim Aufstieg über den langen Grat zum Gipfel. Für den Gipfelbesuch legten wir aufgrund der nicht ganz einhaltbaren Mindestabstände unseren Mund-Nasen-Schutz an. Der Gipfel des Kraxentrager (2.998m) ist kleinräumig und bricht nach 3 Seiten steil ab. Danach stiegen wir über den gleichen Weg zurück und noch kurz auf die Friedrichshöhe (20m über der Hütte). Die sich verdunkelnden Wolken trieben uns bald hinunter zur Hütte und kurz darauf war die Gewitterfront da, auf dieser Höhe fast wie ein Weltuntergang. Das Wetter tobte sich von 15:15 bis in die Nacht aus. Der Hüttenhund sauste etwa stündlich hinaus, um die Gewitter zu verbellen und vertreiben (laut Hüttenwirt hasst er Gewitter und Regen!). Wir genossen es, bei diesem Unwetter nicht draußen sein zu müssen. Der Hüttenwirt klärte uns über die Besonderheiten und die Zukunft dieser historischen Hütte auf (aufgrund massiver Permafrostschäden muss sie in den nächsten Jahren neu gebaut werden). Den Abschlussabend vertrieben wir uns mit Dehnungsübungen unter fachkundiger Anleitung von Ingrid und fröhlichem Beisammensein mit guten Gesprächen.
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20200822 134520 HDR23.08.20 Landshuter Europahütte – Sumpfschartl – Valsertal – Heimreise Augsburg
Über Nacht hatte sich das schlechte Wetter verzogen (dem Hüttenhund sei Dank, der lag noch erschöpft von seinen Bellorgien im Körbchen …) und wir konnten nach dem Frühstück und kurzer Morgengymnastik unsere Tour über den Geistbeckweg zum Sumpfschartl und hinunter ins Valsertal starten. Die noch feuchten Felsplatten erforderten konzentriertes Gehen und Trittsicherheit. Bald trockneten Sonne und leichter Wind die Felsen ab und es ging wieder besser voran. Eine anregende kurze Drahtseilpassage mit Leiter führte uns über eine Steilstufe hinunter und der Weg zog dann abwechslungsreich durch Alpenrosenhänge und vorbei an mehreren Wasserfällen zum Parkplatz der Geraer Hütte. Inzwischen waren oben wieder Wolken in die Gipfel gezogen, aber es blieb trocken. Eine Kaffeepause am Gasthof Touristenrast und eine Pizza-Einkehr in Garmisch ließen uns die Tour würdig abschließen. Anschließend fuhren wir in unseren Pkw-Gruppen staufrei nach Hause.

Werner und ich bedanken uns ganz herzlich bei unseren begeisterten, gutgelaunten und ausdauernden Teilnehmern, die unsere Tour zu einem wunderbaren Erlebnis gemacht haben!

Dieses Jahr ist alles anders! Das Corona-Virus und der Lockdown haben unsere Planungen erst mal über den Haufen geworfen. Aber die Hoffnung auf die Durchführung unserer Tour haben Werner und ich nicht aufgegeben.

Rechtzeitig zur Tagestour am 4.07.2020 in den Tannheimer Bergen kamen einige Lockerungen, die Erlaubnis zu Fahrgemeinschaften mit Maskenpflicht und die Grenzöffnung nach Österreich. Im Vorfeld mussten wir alle die Einhaltung der Corona-Regeln bestätigen. Der Wunsch nach gemeinsamen Touren war aber allseits so groß, dass wir mit voller Teilnehmerzahl von 10 Personen unsere Tour durchführen konnten.

Wir trafen uns an der Sportanlage Süd, eine bunte Truppe von jung bis „rüstige Senioren“ und fuhren mit 3 Pkw (jeweils mit 4 Personen besetzt) ins Tannheimer Tal. Das Wetter spielte mit, Sonne und Wolken im Wechsel und nicht zu heiß. Wir parkten am Parkplatz Schneetalalm und stiegen mit schönen Blicken auf den Haldensee zum Sabachjoch hinauf. Am Westgrat der Schneidspitze mussten im unteren Bereich einige rutschige Passagen bewältigt werden (aufgrund des Regens der Vortage und der zunehmenden Erosion am Hang). Danach ging es auf dem schmaler werdenden Gratweg mit kurzen Felskontakten zum kecken Gipfel der Schneidspitze.
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Dort genossen wir die schöne Aussicht auf die Tannheimer und Lechtaler Gipfel sowie direkt im Norden in die Südwand der Gehrenspitze. Der „Duft“ der Hinterlassenschaften von Schafen und Ziegen ließ uns aber bald aufbrechen. Über den Nordostgrat stiegen wir zum Gehrenjoch hinab, wo wir auf einige Übeltäter der Geruchsbelästigung vom Gipfel trafen, eine Ziegenherde!

Der Weiterweg führte uns auf aussichtsreichem Höhenweg zur Lechaschauer Alm. Hier hatten wir etwa Halbzeit der Tour und gönnten uns eine Einkehr. Passenderweise waren gerade 2 Sechsertische frei geworden, Glück muss man haben!

Frisch gestärkt traten wir den Aufstieg auf den Reuttener Hahnenkamm an. Da die Hahnenkammbahn derzeit eingestellt ist, war auch der Gipfel weniger besucht als sonst. Weiter ging es auf unserem Höhenweg zur Gaichtspitze. Hier war beim Gipfelanstieg eine drahtseilgesicherte Rinne zu ersteigen, was alle gut bewältigten. Dann noch ein kurzes Stück Aufstieg im Wiesengelände und wir waren auf unserem 3. Gipfel angelangt. Belohnt mit einer traumhaften Rundsicht gab es eine verdiente Gipfelrast, bevor der Abstieg nach Gaicht mit seinen schönen alten Holzhäusern und die Querung zum Schneetalparkplatz nochmal etwas Kondition erforderten.
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Vielen Dank an unsere treuen und ausdauernden Teilnehmer, dass sie trotz aller Corona-Einschränkungen diese Tour ermöglicht haben, es hat Werner und mir großen Spaß mit Euch gemacht!
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4-Tage-Tour Westliche Zillertaler Berge

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