Anklettern 2019 003

Das diesjährige "Anklettern" stand ganz im Zeichen der Bergrettung, genauer gesagt der Bergung gestürzter Personen in einem Klettersteig.

Immer wieder kommt es in Klettersteigen zu Stürzen, die dazu führen, dass das Klettersteigset auslöst und die verunfallte Person nicht mehr aus eigener Kraft zum Drahtseil des Klettersteigs zurückgelangen kann. Um in so einerSituation den Unglücksraben schnell aus seiner misslichen Lage befreien zu können, müssen die richtigen Bergetechniken beherrscht werden. Dazu sollten verschiedene Methoden und hilfreiche Knoten erlernt sowie entsprechend geübt werden.
Unser Basislager war diesmal der Gasthof Klettergarten - idyllisch gelegen in unmittelbarer Nähe der bekannten Kletterfelsen des Altmühltals. Nach dem kräftigen Frühstück gab es für die Teilnehmer erst einmal eine kleineTheorieeinheit, um sich die wichtigsten Knoten anzueignen bzw. sie zuwiederholen. In der folgenden Stunde standen der "Doppelte Bulin", ein beliebter Knoten zum Einbinden in den Klettergurt, die gesteckte Variante des doppelten Bulins, der Schleifenknoten sowie die Gardaklemme auf dem Programm. Unter der fachkundigen Anleitung kam es insbesondere beim "Bulin" bei einigen Teilnehmern zu einem regelrechten Aha-Erlebnis. Das zunehmend sonnige Wetter zog uns aber dann nach draußen, um das erworbene Wissen am Fels auszuprobieren. Der Oberlandsteig, ein Klettersteig im Schwierigkeitsgrad B/C, schien dazu das perfekte Terrain zu sein.

Anklettern 2019 001Nach kurzer Diskussion wurde für die Übung eine ideale Stelle am Lucky Luke gefunden. In den folgenden Stunden konnten einige Freiwillige den Ablauf einer Rettungsaktion in einem Klettersteig unter Anleitung simulieren. Jeweils ein weiterer Freiwilliger durfte dabei die vermeintlich gestürzte Person spielen und wurde – natürlich gesichert – einige Meter vom Klettersteig entfernt abgelassen. Dann kamen die im Vorfeld geübten Knoten zum Einsatz undmittels eines Flaschenzugs wurden alle „Gestürzten“ wieder hochgezogen.

Anklettern 2019 002























Auch dank der unzähligen und gut gemeinten Ratschläge wurden alle Teilnehmer in die Lage versetzt, den grundsätzlichen Ablauf einer Bergung nachzuvollziehen sowie unter fast realistischen Bedingungen zu üben.Den Abschluss des diesjährigen "Ankletterns" bildete ein für Bergsteiger eher ungewöhnlicher Ausflug zu einem bekannten Anbieter von Grünpflanzen & Co.in Rain am Lech. Eigentlich wollten wir in dem Gewächshaus mit Café nur einenKaffee trinken, aber wir nutzten die Gelegenheit für einen Rundgang durch denschier endlosen Park - ganz ohne Sicherung und Seil. Fortsetzung folgt ...

Anklettern 2019 004

Sektionsfahrt Sächsische Schweiz zu Fronleichnam 31. Mai – 3. Juni 2018

Die Fahrt stand unter dem Motto: Die Sächsische Schweiz ist anders: Nicht Kilometer "fressen", sondern an vielen Aussichtspunkten rasten und die Landschaft aufsaugen.

Schon August der Starke hielt sich gerne auf dem Lilienstein auf. Die 36 Augsburger Wanderer – wenn auch nicht ganz so berühmt wie der Sachsenkönig – waren nach 6-stündiger Busfahrt, auf der wir mit Gabriela auf ihren Geburtstag mit Sekt und Selbstgebackenem anstoßen durften, heilfroh, die Wanderschuhe zu schnüren, um bei hochsommerlichen Temperaturen im kühlen Schatten von Buchenwäldern in weniger als einer Stunde den Lilienstein zu erklimmen. Von unserer Fahrtenleiterin Angelika aus Chemnitz erfuhren wir, warum wir meist auf sandigen Wegen liefen. Vor Millionen Jahren lag die Sächsische Schweiz im Meer. Weiche Gesteine wurden abgeschliffen, während die harten Gesteine stehen blieben und bis heute darauf warten, als "Steine" von Kletterern und Wanderern "eingesammelt" zu werden.

Idagrotte
Idagrotte (Gabriela Richter)

Nach ausgiebiger Rast bei sächsischen Spezialitäten Eierschecke und Mohnkuchen erkundeten wir über Leitern die markanten Felsformationen aus Elbsandstein, die sonst nur Kletterern vorbehalten sind, mit Weitblick zur Bastei, über die idyllischen Örtchen Rathen und Königstein an der Elbe, aber auch mit Tiefblick in steil abfallende Schluchten, die dem einen oder der anderen leichtes Kribbeln in der Magengrube verursachten, jedoch bestens abgesichert durch stabiles Geländer.

Am zweiten Tag ging's bei wiederum strahlendem Sommerwetter im angenehm kühlen Wald zu den Lichtenhainer Wasserfällen, eine von den findigen Sachsen erfundene Touristenattraktion, bei der man Geld einwerfen und an einer Strippe ziehen musste, damit sich das Wasser aus einem Auffangbecken in einen Wasserfall verwandelte. An uns vorbei zog die romantische Kirnitzschtalbahn. Dann über schier endlose Treppen entlang den Affensteinen zur Idagrotte, einem Felsdach auf einem luftigen, aber geräumigen Plateau. Dank Halterungen an der Wand war ein kurzes Stück auch für nicht Schwindelfreie gut machbar. Bis tief hinein in die böhmische Bergwelt reichte unser Blick. Ein weiterer Höhepunkt war der Kuhstall, ein riesiges Felstor, das einst Schutz für Kühe und jetzt Wanderer bot. Der einzige heftige Regenschauer der ganzen Fahrt erwischte leider die Gruppe, die zuerst die farnbewachse Wilde Hölle bezwang und dann  hinauf über die Himmelsleiter wollte. Alle drei Gruppen fanden sich dann aber in der gemütlichen Einkehr beim Kuhstall ein, während es draußen weiter kübelte.  Gemütlicher Abstieg bei nachlassendem Regen zum Busparkplatz in Lichtenhain.

Kuhstall
Kuhstall (Gabriela Richter)

Angelika wurde nicht müde, uns jeden Abend noch weitere Alternativen anzubieten, kannte sie doch das Gebiet der Steine in- und auswendig.

Ein weiteres "Muss" ist der große und kleine Zschirnstein, die höchste Erhebung der Sächsischen Schweiz mit 562,74m! Vorbei an der Opfereiche, die mehrfache Blitzeinschläge unbeschadet überstanden hat und auf geschichtsträchtigen Steigen, denen schon August der Starke folgte, bis zur Wildbrethöhle, in der einst erlegtes Wild zum Trocknen aufgehängt wurde. Immer eine Augenweide der auf den Tafelbergen und in den Wäldern stark vertretene und absolut giftige Fingerhut Digitalis Purpurea, der von hell- bis dunkelpink seine Schönheit entfaltete. Laut Angelika sind die Zschirnsteine noch ein echter Geheimtipp, da noch nicht so touristisch und man hier Ruhe pur erleben darf.  Wer den imposanten Aufstieg durch schmale Felsschlüchte auf die Schrammsteine und den Gratweg nicht erlebt hat, hat die Sächsische Schweiz nicht gesehen, so unsere Chemnitzerin.

Der Bloßstock neben der Wilden Hölle
Wilde Hölle (Gabriela Richter)

In den Schrammsteinen
Schrammsteine (Gabriela Richter)

Ein neuer Höhepunkt erwartete uns ab Schmilka, dort wechselten wir das Elbufer per Fähre. Hinauf ging's auf die Kaiserkrone, auf die schon Caspar David Friedrich seine Malerstaffel geschleppt hat, um den Wanderer im Nebelmeer zu malen. Wir hatten allerdings mehr Glück mit dem Wetter. Als nächstes erreichten wir den Zirkelstein, den sich bei schönstem Kaiserwetter auch eine Hochzeitsgesellschaft ausgesucht hatte.

Heimwärts über Schöna musste eine von uns in einem Kneippbecken ein unfreiwilliges Ganzkörperbad nehmen, blieb aber zum Glück ansonsten unbeschadet.

Auch am Tag der Heimreise sammelten wir noch zwei weitere Steine. Direkt vom Hotel über kühle Wald- und Wiesenwege, an blühendem Mohn und leuchtenden Kornblumen entlang, dann über viele trockene Stufen und gut gesicherte Eisenleitern, vorbei an sogenannten Boofen (sächsisch für Höhle), in denen Kletterer gerne nächtigen. Kurz vor dem Gipfel wurden die Leitern immer steiler und enger, ein Wunder, dass niemand stecken geblieben ist! Auf dem Gohrisch, teils mit Geländer gesichert, durfte man der Felskante nicht zunahe kommen. Immer wieder neue, archaisch anmutende Felsformationen begeisterten uns alle. Die Ambitionierten wählten den Aufstieg durch die Falkenschlucht, so dass wieder alle auf ihre Kosten kamen.

Der Falkensteinhöchster freistehender Gipfel der Sächsischen Schweiz
Falkenstein (Gabriela Richter)

Auf den Papststein, dem letzten Stein in unserer Sammlung, ging es durch schattige Wälder, in denen immer wieder riesige abgestürzte Felsblöcke herumlagen und an Märchenwälder erinnerten. Bei grandioser Aussicht und Einkehrmöglichkeit entspannten wir uns bei etwas kühlerem Wetter, bevor wir den kurzen Abstieg zum Bus um 13 Uhr antraten.

Es war eine absolut lohnende Ausfahrt ob für Genusswanderer, Ambitionierte oder Kulturliebhaber, die am dritten Tag mit dem historischen Raddampfer einen Ausflug in das reizende Städtchen Pirna  unternahmen. Abgerundet wurden die eindrucksvollen Wanderungen durch unser idyllisch am Waldrand von Gohrisch gelegenes Parkhotel, in dem der Geist der alten DDR noch auf charmante Weise spürbar war und in dessen Garten Schostakowitsch sein 8. Streichkonzert komponierte. Auch unsere kulinarischen Ansprüche wurden bei dem äußerst reichhaltigen und schmackhaften Frühstücksbüffet sowie leckeren Klassikern der sächsischen Küche bestens erfüllt. Dank euch allen, die dies möglich gemacht haben!
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