Der neu angebotene kombinierte Kletterkurs „von der Halle an den Fels 1 und 2“ fand Anfang Mai 2019 innovativ auf Sizilien statt. Daher trafen sich zehn kleine Kletterer nachts um 2:30 Uhr um die Reise in die große weite Welt anzutreten. Trotz des Schlafmangels kletterten wir uns bereits 10 Stunden später fröhlich am Fels direkt am Meer im Sonnenschein ein. Kletterfelsen

Im Vordergrund stand natürlich klettern. Nach dem Frühstück ging es an den Fels. Wir hatten viel Zeit, um das Gelernte wie Fädeln oder Abseilen zu üben. Die wichtigste Aufgabe hatten Franzi Ruoff und Helmut Schmidt, die unermüdlich Sicherheitsaspekte beleuchteten. Zusätzlich unterstützten die beiden moralisch und mit Tipps uns Kletterer, wenn wir verzweifelt den richtigen Tritt suchten oder beispielsweise wütend das „blöde Gemüse“ (Gras über einem Griff an der Schlüsselstelle) beschimpften und ausreißen wollten. Mit dieser Hilfe wurde doch noch das Wand-Ende erreicht und wir waren glücklich.  

Die angemietete Villa war optimal gelegen, so dass wir uns nach „getaner Arbeit“ noch im Meer erfrischen und Ball spielen konnten. 

Routen bis 6bIm Team hatte jeder bald seinen Platz eingenommen: der Navigator, das Kamerakind und der Grillmeister waren schnell gefunden. Auch die wichtigen Positionen der „Schriftführerin des Einkaufszettels“, des Getränkewarts oder des Musikbeauftragten waren gleich vergeben. Denn nicht nur die Ausbildung fand auf hohem Niveau statt, auch kulinarisch und im Sprüche-Klopfen erreichten wir ungeahnte Höhenflüge. Der Grillmeister konnte mit fangfrischem Fisch und anderen gegrillten Leckereien punkten, der Musikbeauftragte lieferte den passenden Beat und Diskussionsstoff mit „vom Salat schrumpft der Bizeps“ von Kollegah & Majoe – haben die vielleicht Recht? Wohl gesättigt sprachen wir auch über Ängste und stellten dabei fest: die Strategie „face your fears“ ist erfolgreicher als die von einigen angewandte „fear your face“. 


Was nun hat es eigentlich mit dem Opferkarabiner auf sich? Stellen wir uns einen kleinen Kletterer vor, der - sagen wir mal – denkt, dass er in eine 6a einsteigt. Wenn es sich auf dem Weg nach oben herausstellt, dass die Route schwerer ist und der kleine Kletterer doch nie oben ankommen wird - ja genau dann - kann ein Opferkarabiner notwendig sein. Dieser bleibt an der Wand hängen (wird geopfert) um daran sicher abgelassen zu werden. Sie nannten diesen auch liebevoll „ÖK" (Öpferkarabiner). Natürlich versuchten wir immer das eigene Material aus der Wand zu retten, das gelang meist. Nur wenn statt der geplanten 6a+ dann doch etwas zu weit rechts in die 7a+ eingestiegen wurde, äusserte sich die Verärgerung des Trainers auch mal in einem: „Ihr seid doch verrückt!“  

So vergingen die Tage im Fluge und da keiner verloren ging, flogen alle zehn kleinen Kletterer nach einer Woche wieder gesund und munter heim. Es hat großen Spaß bereitet, jeder hat viel gelernt und auch viele neuen Eindrücke gesammelt. 
Franzi und Helmut haben für alles ein großes Dankeschön verdient! 
Ende


Wir haben es alle so oder so ähnlich erlebt, da bin ich mir sicher. Naheliegend war, dass ich als „Schriftführerin des Einkaufszettels“ den Auftrag für diesen Artikel bekam: „Hau raus“ die Geschichte unseres Urlaubs. Diese Aufgabe hab ich gerne angenommen, es ist mir ein Anliegen die Lebenslust und die Leichtigkeit dieser Tage widerzuspiegeln. 

Liane Kerler 

Schee wars