Intro Start14Anfang Mai – jetzt kommt die Zeit, in der das Team des Alpengartens beginnt die Ärmel hochzukrempeln. Jeden Mittwoch zwischen Mai und September – bei sommerlicher Hitze, Kälte, Regen, Schnee oder Nebel wird der Wecker unbarmherzig kurz vor 5.00 Uhr morgens läuten, denn um 6.00 Uhr ist Abfahrt Richtung Musau. Mit großer Spannung warten wir schon jetzt auf die Sichtungsfahrt zum Alpengarten ins obere Reintal zwischen Gimpel und Großer Schlicke.

Die ersten warmen Sonnenstrahlen werden aus dem südseitigen Felsabsturz eine grandiose Naturkulisse mit hunderten von dottergelb leuchtenden Aurikeln und den ersten himmelblauen Enzianen zaubern.
Frühlingskrokusse sprießen keck aus den Alpwiesen und bunte Mehlprimeln warten neugierig auf die ersten Orchideen. Unser tatkräftiges Gartenteam wird wieder mit Herzblut, Liebe zur Natur und viel Engagement den unermüdlichen Kampf gegen das Vergrasen und Verbuschen des Alpengartens aufnehmen und offeneKies- und Schotterflächen für die alpinen Schuttwanderer wie die weiße Silberwurz, den Bergbaldrian oder die Alpen-Gämskresse schaffen. Unsere zahlreichen Orchideen- und Enzianarten brauchen Luft und Licht, damit auch heuer ihre prächtigen Blütenstände in den Himmel wachsen. Mehr als 400 heimische Alpenpflanzen sind in unserem Alpengarten situiert und sollen die biologische Vielfalt der alpinen Vegetation ohne den Einfluss einer Almbewirtschaftung vermitteln.

Der komplette Garten wird von den beweideten Alpwiesen mit einem natürlichen Bretterzaun abgetrennt, Wege und Steige werden unterhalten und instand gesetzt. Im Areal oberhalb der Willy-Merkl-Hütte müssen die beiden großen Raiblerblöcke dauerhaft gesichert werden. Und wir werden uns überlegen, wie wir dieses Terrain künftig für den Alpengarten nutzen wollen.

Um die Artenvielfalt unseres Alpengartens zu erhalten wird laufend der Pflanzenbestand kontrolliert, gesichert, umfassend dokumentiert und beschildert.
Start 2014 Comp 1
Im Übrigen: Bereits am 28. Juli 1900 erfolgte beim Deutsch-Österreichischen Alpenverein die Gründung des „Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen". Der Verein umfasste damals schon 159 Sektionen, 1300 Einzelmitglieder, weitere Vereine und Gesellschaften und war mit erheblichen finanziellen Mitteln ausgestattet. Vier Alpenpflanzgärten in unterschiedlichen Höhenlagen wurden errichtet und mit namhaften Summen unterstützt. Dies waren die Gärten auf dem Schachen, auf der Raxalpe, bei der Lindauer Hütte im Gauertal und auf der Neureuth beim Tegernsee.

Dagegen ist unser Alpengarten mit gerade 25 Jahren jung – und genauso fühlen wir uns. Unser frohgemutes Gartenteam wünscht sich für dieses Jahr schöne Fahrten, einen wohlgesonnenen Wettergott, eine unfallfreie Saison und für den Alpengarten viele interessierte Besucher.
Ein neuer Gartenflyer, der in den Geschäftsstellen des DAV, den nahen Hütten und Seilbahnen in Grän und Höfen ausliegen wird, soll den Alpengarten Wanderern und Bergfreunden nahebringen. Und eine eigene Fahne soll schon von weitem den Blick auf den Garten fokussieren. Wöchentlich wollen wir das Internet mit einem bebilderten Blühkalender während der Vegetationszeit aktualisieren.

Wir wünschen allen Besuchern viel Freude, blühende Impressionen und eine Sensibilisierung für die natürliche Flora in unserem Alpengarten.