Wolf 422930 klEnde Juli und Anfang August wurden im Landkreis Oberallgäu (Burgberg, Wertach, Kranzegg) mehre Kälber tot aufgefunden. Bisher wurden an drei der insgesamt fünf Kälber Wolfsspuren nachgewiesen. Weitere Untersuchungen laufen und sollen auch Erkenntnisse zu Geschlecht und Herkunft des Wolfs liefern. Die betroffenen Landwirte vor Ort werden zügig und unbürokratisch entschädigt. Derzeit ist nicht geklärt, ob sich der Wolf weiterhin in der Region aufhält oder bereits weitergezogen ist. Inzwischen wurde der Entwurf des Bayerischen Aktionsplans Wolf an die Verbände übermittelt. Der Aktionsplan soll noch in diesem Jahr in Kraft gesetzt werden. 

Der Aktionsplan stellt klar, dass beim Umgang mit dem Wolf in Bayern zwei Dinge im Mittelpunkt stehen:
  1. Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität.
  2. Die Staatsregierung bekennt sich zur Weidetierhaltung in Bayern. Die Weidetierhaltung muss auch bei Wolfsanwesenheit ohne unzumutbare Mehraufwendungen flächendeckend und dauerhaft erhalten bleiben.

In Gebieten mit standorttreuen Wölfen setzt der Aktionsplan auf vorbeugende Maßnahmen wie beispielsweise Herdenschutzzäune. Ein Sonderfall sind unter anderem die Alm- und Alpflächen in Bayern: Experten der Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung werden gemeinsam entscheiden, in welchen Weidegebieten Präventionsmaßnahmen möglich sind oder nicht. Im letzteren Fall kommt eine Entnahme des Wolfs in Einklang mit dem Artenschutzrecht auch ohne vorangegangene Herdenschutzmaßnahmen in Betracht.

Im Rahmen eines weiteren Runden Tisches wurde kürzlich die neuen regionalen Ansprechpartner für das Wolfsmanagement im Oberallgäu vorgestellt. Die damit beauftragte Mitarbeiterin des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) in Augsburg wird für die Anliegen der Landwirte und Verbände vor Ort zuständig und in der Region präsent sein. Daneben hat das LfU die Ausgabe kostenfreier Herdenschutzzäune angeboten.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)
fasst das LfU in seinem Internetangebot zusammen unter: https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/doc/faq_wolf.pdf

Weitere Informationen
, insbesondere auch zu den Kriterien des standardisierten Monitorings und früheren Wolfsnachweisen in Bayern, finden sich im Internetangebot des LfU unter: https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/index.htm

Vergleiche zum Aktionsplan hingegen kritisch BUND Naturschutz Bayern e.V., dabei mit grundlegenden Überarbeitungsvorschlägen: https://www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/bayerischer-aktionsplan-wolf-droht-zum-plan-fuer-den-abschuss-von-woelfen-zu-werden.html?no_cache=1&cHash=f77397c62e9fbf80040716d6e287f9c1

Bild: Wolf. © LfU / Foto: Georg Pauluhn, piclease Naturbildagentur