Blausee BStMUVDer Blausee bei Wangen im Allgäu wird auch künftig als Moor ein wichtiger CO2-Speicher bleiben. Dies verkündete Umweltminister Dr. Marcel Huber kürzlich beim Abschluss der Renaturierungsmaßnahmen: „Moore sind wichtige Klimaschützer – sie speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen. Der Blausee geht zukünftig auf Stelzen. Nach dem Vorbild Venedigs wurde hier ein Damm auf Pfählen gebaut, um das Wasser im See zu halten. Mit dieser innovativen Methode wurde ein wertvolles Kleinod gerettet. Das Moor bleibt wichtiger Lebensraum für wertvolle und seltene Arten wie den Hochmoorgelbling.“

Das Projekt geht zurück auf eine Gemeinschaftsinitiative, die vom Umweltministerium mit rund 440.000 € gefördert und vom Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten e.V. umgesetzt wurde. Insbesondere wurden im Blausee drei große Staudämme und viele kleine Torfdämme errichtet und eine Spundwand eingebracht. Der größte Damm wurde dabei wie bei venezianischen Häusern auf einer tragenden Holzkonstruktion errichtet. Die Dämme führen zu einer längeren Verweildauer von Regenwasser im Moor, so dass durch die Wiedervernässung des Moores die Torfzersetzung gestoppt wird.

Hintergrund
Der Blausee als seltener natürlicher Moorsee ist in der Vergangenheit immer mehr entwässert. Ursache hierfür waren Torfstiche, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden. Bayern strebt mit einer Vielzahl von Projekten an, bis 2050 die Treibhausgasemissionen pro Kopf und Jahr auf weniger als zwei Tonnen zu senken. Hierzu leisten Moore einen wichtigen Beitrag.

Bild: Huber: „Moorschutz auf Pfählen“. © BStMUV