Littering Abfälle

Wie vor kurzem berichtet, haben die DAV-Sektion Augsburg und Mountain Wilderness Deutschland e.V. Abfallsammelaktionen an der Zugspitze durchgeführt. Erfreulicherweise wurde sowohl auf der deutschen als auch auf der österreichischen Seite nur wenig Abfall gefunden. Vornehmlich handelte es sich dabei um typische „Littering“-Abfälle wie Verpackungsmaterial von Müsli-Riegeln, Studentenfutter oder Kaugummis, Getränkeflaschen und -dosen, Papier- und Pappe-Material und Zigarettenstummel. Andernorts scheint das „Littering“-Problem jedoch größer zu sein. So ergänzen jetzt in Österreich immer mehr Gemeinden die verschiedenen Aktivitäten zur Umweltbewusstseinsbildung und die umfassende Infrastruktur zur geordneten Abfallentsorgung um eine Strafmöglichkeit. Nunmehr können Geldstrafen ausgesprochen werden. Vorreiter ist das Bundesland Vorarlberg.

Die neuen „Littering-Verordnungen“ der Gemeinden richten sich vor allem gegen jene Mitmenschen, die das Wegwerfen von Abfällen als Kavaliersdelikt sehen. In den Verordnungen werden konkret schützenswerte öffentlich zugängliche Bereiche – z.B. Straßen, Plätze, Freizeiteinrichtungen – und auch Kontrollorgane definiert. Werden Abfallsünder dann beim Wegwerfen von Abfällen auf frischer Tat ertappt, können sie von den zuständigen Organen, etwa der Stadtpolizei oder Parkaufsicht, angehalten werden. Nehmen sie ihren Abfall wieder auf und entsorgen ihn richtig, bleibt es bei einer Ermahnung. Ansonsten wird eine Organstrafe von stattlichen 60 € zum sofortigen Bezahlen verhängt. Bei schwerwiegenden Verstößen beträgt der Strafrahmen bis zu 7.000 €.

Auch in Deutschland und speziell in Bayern gibt es entsprechende Strafmöglichkeiten. Der Bußgeldkatalog Bayern sieht für die Ordnungswidrigkeit „Littering“ längst eine Pönale vor, allerdings mit moderaten Beträgen von 20 bis 35 €, welche von den Kommunen dann aber auch eingetrieben werden müsste. Und Bedarf besteht vielerorts.

Bild: An der Zugspitze gesammelte „Littering“-Abfälle und anderer Müll. Fotograf: Dr. Jochen Cantner