DAV Müllsammelaktion Bild 1Anfang Juni unternahm unsere Partnerorganisation „Mountain Wilderness Deutschland e.V. (MW)“ eine demonstrative und medienwirksame Aktion an der Zugspitze, um das laufende Klageverfahren gegen die Alpenplanänderung am Riedberger Horn zu unterstützen. Bei einem Sternmarsch über drei ausgesuchte Routen auf den höchsten Gipfel Deutschlands, nämlich übers Gatterl, das Höllental und den Stopselzieher, sammelten die Aktionisten Abfälle am Wegesrand und platzierten anschließend die Müllsäcke und ein Alpenschutz-Transparent am Gipfelkreuz (vgl. dazu ausführlich unsere Newsmeldung vom 9.7.2018). Nun hat unsere DAV-Sektion die Abfallsammelaktion von MW um eine weitere Route hinauf zur Zugspitze ergänzt!

DAV Müllsammelaktion Bild 2Unsere Aktion erfolgte im Rahmen der sektionsspezifischen UMWELTour am 15./16. Juli. Hierbei erklommen wir den 2962 m hohen Gipfel über die 21 km lange Reintal-Route und machten dabei einen Abstecher auf die Umweltforschungsstation am Zugspitzplatt. Auf Initiative des DAV-Naturschutzreferenten, der aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit am einstmaligen Bayerischen Institut für Abfallforschung (BIfA) auch Müllexperte ist, sammelte das 19-köpfige UMWELTouren-Team jeden erkennbaren Abfall auf der Route ein (Ausnahmen: Organikabfälle und Hygieneartikel). Gefunden haben wir erfreulicherweise nicht sehr viel, denn das Umweltbewusstsein der Bergsteiger scheint mittlerweile allgemein recht ausgeprägt zu sein (so auch die Erfahrungen bei den MW-Abfallsammlungen). Dennoch bekamen wir ein ansehliches Müllsäckchen mit einem Gewicht von rund 1,5 Kilogramm zusammen. Dieses wurde analog der MW-Zugspitzaktion wiederum am Gipfelkreuz präsentiert und anschließend mit ins Tal und dann nach Augsburg genommen. Dort unterzogen wir unseren Sammelerfolg einer (einfachen) Abfallanalyse, gefolgt von einer ordnungsgemäßen Entsorgung der einzelnen abgetrennten Fraktionen.

Hierzu folgende Ergebnisse in Bild & Wort:
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  1. Sammelfraktionen: Typische „Littering“-Abfälle wie Verpackungsmaterial von Müsli-Riegeln, Studentenfutter oder Kaugummis, Getränkeflaschen und -dosen, Papier- und Pappe-Material, Zigarettenstummel; Reste von offensichtlichen MTB-Pannen wie gerissene Kabelzüge und zersplitterte Scheinwerfer; undefinierbare Gummi-, Plastik-, Styropor- und Eisenteile (möglicherweise  von der Baustelle der Zugspitz Plattform); außerdem ein Schweißtuch, ein Skistockteller sowie ein einzelner Handschuh.
  2. Entsorgungswege: Verpackungsabfälle in den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne; Metall- und Kabelschrott zum Wertstoffhof; PET-Einwegpfandflasche zur Rücknahmestelle (Pfandautomat); Papier und Pappe in die Papiertonne; Styropor (von der Baustelle) zum Sondermüll; verbleibender Restmüll in die Graue Tonne (hierbei auch der einzelne Handschuh, denn für eine Spende in den Altkleidercontainer hätte es doch ein Paar sein sollen).
Fazit: Umweltbildung in Verbindung mit dezidierten Umweltaktionen stärkt das Umweltbewusstsein und trägt dazu bei, unsere schöne Bergwelt zu schonen und möglichst naturbelassen zu bleiben – getreu dem DAV-Motto „Maßvolles und umsichtiges Nützen sowie ein vorausschauendes Schützen des Alpenraums“!

Im Übrigen wird über unsere UMWELTour in Form einer „Nachlese“ bald noch ausführlicher berichtet werden.

Bild 1: DAV Augsburg auf dem Zugspitzgipfel. Fotografin: Anni Roser

Bild 2: Präsentation unseres Müllsammelerfolgs. Fotografin: Christine Popp

Bild 3-7: Abfallanalyse. Fotograf: Dr. Jochen Cantner