Schachen 1 Auf dem SchachenBekanntermaßen verfügt unsere DAV-Sektion über einen eigenen Alpengarten bei der Otto-Mayr-Hütte in den Tannheimer Bergen. Aber auch anderorts finden sich alpine Naturgärten. Hinzuweisen ist im Jubiläumsjahr 2018, in welchem der Geburtstag des Freistaats Bayern sich zum hundertsten Mal jährt und unter dem Motto „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ gefeiert wird, ganz besonders auf den Botanischen Alpengarten nebst Königshaus auf dem Schachen. Nachfolgend findet sich dazu eine Beschreibung in Wort & Bild.

Schachen 2 KönigshausDer Schachen (1.870 m) ist ein Aussichtspunkt im Wettersteingebirge in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen und Elmau. Dort oben gibt es neben dem bewirteten Schachenhaus das „Königshaus am Schachen“, auch „(Jagd-)Schlösschen“ genannt, zu welchem sich König Ludwig II. einstmals mit Pferdekutsche oder Pferdeschlitten hinauf fahren ließ. Das Schlösschen wurde auf Ludwigs Wunsch nach Plänen von Georg Dollmann in den Jahren von 1869-1872 auf der Schachenalpe errichtet. Hier verbrachte König mehrmals seinen Geburts- und Namenstag, am 25. August. Von außen wirkt das Königshaus, verglichen mit anderen Bauten Ludwigs, recht bescheiden.

Schachen 3 Fenster im KönigshausInnen aber befindet das „Türkische Zimmer“, ein Prunksaal im maurischen Stil, den der König nach dem Vorbild von Schloss Eyoub bei Istanbul gestalten ließ und welcher sehr sehenswert ist: Kostbare orientalische Pracht entfaltet sich hier. Ein Springbrunnen plätschert, edle Teppiche bedecken den Boden, vergoldete Schnitzereien, Pfauenfedern, luxuriöse Diwane, emaillierte Vasen, prunkvolle Lüster und farbige Bleiglasfenster verbreiten eine Atmosphäre von Tausendundeiner Nacht, in der sich der König als Sultan, Scheich und Emir fühlen konnte.




Schachen 4 Botanischer AlpengartenUnterhalb des Schlösschens befindet sich der „Botanische Alpengarten“, der 1901 angelegt wurde. Er ist eine Außenstelle des Botanischen Gartens München-Nymphenburg und enthält über 1000 Gebirgspflanzen aus allen Gebirgen der Welt, von den Alpen bis zum Himalaya. Dazu ist die rund zwei Hektar große Gartenfläche entsprechend zoniert. Der Garten war anfangs vor allem als Forschungseinrichtung konzipiert. Mit Hilfe des Alpengartens sollte umfangreiche biologische Forschung in der alpinen Vegetationszone betrieben werden. Wissenschaftliche Proben werden heute jedoch nur noch vereinzelt genommen. Alljährlich wird nach wie vor Samen von den Alpinpflanzen geerntet. Sie sind wichtiger Bestandteil für den internationalen Samentausch des Botanischen Gartens München mit anderen botanischen Gärten und Instituten in aller Welt.

Schachen 5 Blauer MohnDr. Gotlind Blechschmidt, Mitwirkende in unserem DAV-Ressort „Natur, Umwelt, Kultur“, hat unter folgendem Internet-Link die Normalroute auf den Schachen, den sogenannten „Königsweg“, beschrieben:






Schachen 6 Blick hinauf zu Meilerhütte
Wer Interesse an einer geführten Exkursion auf den Schachen mit seinen Schönheiten hat, darf auf unser Tourenangebot in der nächsten Sommersaison gespannt sein: Geplant ist eine kombinierte NATour und KULTour zum dortigen Alpengarten und zum Königshaus. Als bergsteigerische Herausforderung wollen wir jedoch den Aufstieg über die Partnachklamm wählen (sofern wieder begehbar, da aktuell wegen Hochwasserschäden und entsprechenden Instandsetzungsmaßnahmen geschlossen), zudem geht es weiter hinauf bis zur DAV-Meilerhütte, und für Trittsichere noch zu den Törlspitzen.


Bild 1: Blick auf die Schachenalp. Fotograf: Dr. Jochen Cantner

Bild 2: Königshaus am Schachen. Fotograf: Dr. Jochen Cantner

Bild 3: Bleiglasfenster im Königshaus. Fotografin: Dr. Gotlind Blechschmidt

Bild 4: Botanischer Alpengarten. Fotograf: Dr. Jochen Cantner

Bild 5: Blickfang Blauer Mohn. Fotografin: Dr. Gotlind Blechschmidt

Bild 6: Blick hinauf zur DAV-Meilerhütte. Fotograf: Dr. Jochen Cantner