nabu siebenschlaefer michael hoekelDie meisten kennen den Begriff Siebenschläfer nur von einer alten Bauernregel, die besagt, dass das Wetter am 27. Juni ausschlaggebend sei für die nächsten sieben Wochen. Das ist für uns Bergsteiger natürlich ein wichtiger Aspekt. Andererseits sind wir auch Naturschützer. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass die Siebenschläfer jetzt wieder auf Tour sind, um für ihre Familie eine geeignete Unterkunft zu finden.

Der Siebenschläfer ist die größte einheimische Schlafmaus und kommt in fast ganz Europa vor. Er gehört zur Familie der Bilche und wird bis zu 20 Zentimeter lang, weitere 13 Zentimeter misst der Schwanz. Sein Pelz ist einfarbig blaugrau. Der Siebenschläfer-Tag am 27. Juni hat mit dem tatsächlichen Verhalten des Tieres übrigens nichts zu tun, er wacht meist schon gegen Ende April wieder auf. Der Siebenschläfer ist ein Dämmerungs- und Nachttier und somit seltener tagsüber aktiv.

Siebenschläfer leben in kleinen Familientrupps. In der Zeit von Juli bis September bringen die Weibchen vier bis sieben Junge zur Welt. Eigentlich lebt der Siebenschläfer in naturnahen Laubwäldern mit einem hohen Alt- und Totholzanteil, wo er natürliche Baumhöhlen bezieht. Mitunter beziehen die kletterfreudigen Schlafmäuse auch ein neues Quartier in Stall und Schuppen oder auf dem Dachboden. Der NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. rät, die kleinen Untermieter, wenn möglich, zu dulden und ihnen Unterschlupf zu gewähren. Helfen kann man dem Siebenschläfer aber vor allem durch den Schutz seines Lebensraumes, indem Laubmischwälder sowie Streuobstwiesen erhalten und deren Flächen vermehrt werden.

Weitere Informationen bietet der NABU unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/nager/01880.html

Bild: Siebenschläfer. © NABU/Michael Hökel