Um unser Ausbildungs- und Tourenprogramm weiterzuentwickeln und noch stärker an den Wünschen unserer Mitglieder zu orientieren, haben wir von Mitte Juli bis Mitte August 2015 eine Online-Umfrage durchgeführt. 1.356 Frauen und Männer aller Altersbereiche haben teilgenommen und uns, zum Teil mit sehr persönlichen Anmerkungen, gesagt, was heute bereits gut ist und worauf wir in Zukunft ein stärkeres Augenmerk legen müssen. Nun wollen wir Sie über die wesentlichen Ergebnisse informieren, Anfang 2016 werden wir dann über die Umsetzung berichten.
Der Vorstand bedankt sich ganz herzlich bei allen Mitgliedern, die an der Umfrage teilgenommen haben. Durch Ihre Antworten haben Sie dazu beigetragen, dass über den für uns sehr wichtigen Dialog mit Ihnen unsere ehrenamtliche Arbeit im Vorstand, in den Abteilungsleitungen und als Fachübungsleiter optimiert werden kann.
Wir sagen auch der Firma SoSci Survey vielen Dank, dass sie uns ihre Software und Serverkapazität für diese Umfrage kostenfrei zur Verfügung gestellt hat.

Die wichtigsten Ergebnisse

Wir wollten wissen, was Ihnen am Bergsport sehr wichtig ist. Wie aus dem Diagramm 1 zu ersehen ist, stehen Erholung, Abschalten vom Alltag und das Naturerlebnis bei allen Altersgruppen im Vordergrund. Auch Unternehmungen mit Freunden und Gleichgesinnten sowie die sportliche Herausforderung spielen eine große Rolle. Dieses Ergebnis zeigt, dass auch heute die Werte des Alpenvereins aus der Gründerzeit immer noch lebendig sind.
Umfrage 1
Diagramm 1: Das ist den Umfrageteilnehmern am Bergsport wichtig.

Im Diagramm 2 ist schön zu sehen, dass Bergsport in seinen verschiedenen Ausprägungen auch sehr zeitintensiv gepflegt wird. Legt man für jede Disziplin jeweils den Mittelwert an Tagen für eine Aktivität zugrunde, dominiert das Bergsteigen das Klettern klar im Verhältnis 65 zu 35. Sommer- und Winterbergsteigen sind dabei fast gleichauf in der Gunst der Umfrageteilnehmer. Etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer geht auch zum Klettern, wobei das Hallenklettern deutlich dominiert.
Umfrage 2Diagramm 2: Die einzelnen Balken zeigen, wieviel Zeit die Umfrageteilnehmer pro Jahr für die verschiedenen Bergsportdisziplinen aufwenden.

Sehr spannend finden wir auch Diagramm 3. Es zeigt die Entwicklung der Mitgliederzahlen seit 1990, die insgesamt ja sehr erfreulich ist. Etwa um das Jahr 2000 fällt eine signifikante Trendänderung auf, die offenbar durch die Eröffnung der Kletterhalle ausgelöst wurde (gelbe Linie: Trend vorher, rote Linie: danach). Das bedeutet aber auch, dass heute fast ein Drittel der Sektionsmitglieder wegen der Kletterhalle beim DAV ist. Ein großes Angebot für Kletterer und der geplante Ausbau der Halle sind also sehr gerechtfertigt.
Umfrage 3Diagramm 3: Mitgliederentwicklung seit 1990, Eröffnung der Kletterhalle 1998 (blaue Linie)

Diagramm 4 zeigt, dass wir grundsätzlich auf dem richtigen Weg sind, es also in der Konsequenz der Umfrageergebnisse um Verbesserungen geht. Es verdeutlich die Zufriedenheit der Mitglieder mit unserem Ausbildungsangebot, praktisch deckungsgleich sind die Rückmeldungen zu unserem Veranstaltungs- und Tourenangebot. Das freut uns natürlich sehr!
Umfrage 4
Diagramm 4: 80 Prozent Zufriedenheit mit dem bisherigen Ausbildungsprogramm

Eine der für uns wichtigsten Fragen bezog sich auf die Verbesserung des Tourenprogramms. Bei welchen Touren wird ein deutlich größeres Angebot gewünscht? Das Diagramm 5 zeigt die Antworten, für die einzelnen Angebote wird wieder nach Altersgruppen differenziert. Wir haben bei einem Votum von mehr als 15 Prozent der Umfrageteilnehmer für ein spezielles Angebot eine (willkürliche) rote Linie eingezogen, die uns daran erinnert, mit welchen Themen wir uns vorrangig beschäftigen sollen.
Umfrage 5Diagramm 5: Das Votum für Angebotsverbesserungen

Diagramm 6 zeigt, dass die meisten Umfrageteilnehmer Veranstaltungen am Wochenende bevorzugen. Das betrifft Tagestouren sowie Wochenendtouren - mehrtägige Etappenwanderungen sollten daher ein Wochenende mit einschließen. Unsere Senioren sind lieber während der Woche unterwegs, aber eben auch mehr als 10 Prozent der anderen Altersgruppen. Alpendurchquerungen und Trekkingtouren bieten wir heute nicht an. Für jeweils 10 Prozent der Umfrageteilnehmer wäre das aber interessant.
Umfrage 6xDiagramm 6: Präferierte Wochentage für Veranstaltungen sowie Dauer / Art von Unternehmungen

Unsere Mitglieder sind mit Sicherheit sportlich ambitioniert. Das lässt sich problemlos aus den Antworten auf die Frage schließen, wie fordernd eine gute Tour angelegt sein soll. Diagramm 7 zeigt eine klare Mehrheit für normale bis fordernde Touren.
Umfrage 7xDiagramm 7: Anforderungen an die Sportlichkeit einer Tour

Als "normal" wird beim Klettern im Durchschnitt der 5. Grad angegeben, wobei dieser Wert sicher stark vom Klettern in der Halle geprägt ist, weniger durchs Fels- und Alpinklettern. Beim Wandern in der Ebene werden durchschnittlich 24 km am Tag als problemlos angesehen, beim Bergwandern-/ Bergsteigen sind 1.200 Höhenmeter im Aufstieg keine Schwierigkeit und Unternehmungen mit 7 Stunden Gehzeit am Tag sind ganz ok. Respekt, das zeugt von einer sehr hohen Leistungsbereitschaft! Natürlich werden sich unsere Touren in Zukunft nicht ausschließlich an diesen Werten orientieren, wir werden viele deutlich einfachere Fahrten anbieten, aber wir wollen auch für leistungsstarke Mitglieder interessant bleiben.

Aus der Umfrage sowie den persönlichen Anmerkungen, die viele Umfrageteilnehmer beigesteuert haben, haben wir gesehen, dass wir zum einen die Angebotspalette vielfältiger gestalten und zum anderen Engpässe beseitigen müssen. Vor allem Familien, Neumitglieder, aber auch viele Berufstätige beklagen, dass sie bei den Anmeldungen oft den Kürzeren ziehen. Eine Reihe von Mitgliedern würde sich gerne stärker aktiv am Programm beteiligen, wenn für sie bessere Rahmenbedingungen vorlägen.
 
Ein Aspekt spiegelt sich auch im Diagramm 8 wider, in dem wir das für Sie beste Anmeldeprocedere für unsere Programme wissen wollten. In einigen Abteilungen dominiert die Anmeldung über Monatsversammlungen. Dies wird laut Umfrage einzig von den Senioren deutlich präferiert, die jedoch den anderen Möglichkeiten den gleichen Stellenwert einräumen. Alle anderen bevorzugen eine Anmeldung per Telefon, E-Mail und irgendwann im Online-Verfahren, wenn die technischen Voraussetzungen geschaffen sind.
Umfrage 8Diagramm 8: Anmelde-Modalitäten

Ein Teil unserer Umfrage war auch dem Ehrenamt gewidmet. 13.000 Mitglieder sind eine stolze Zahl. Wenn wir für viele von ihnen adäquate Angebote bereitstellen wollen, wenn wir unsere Sektionshütten in Schuss halten sollen, wenn wir den Alpengarten pflegen wollen und wenn wir die vielen anderen, nicht explizit aufgezählten Aufgaben erledigen wollen, brauchen wir Mitglieder, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Sage und schreibe 38 Prozent haben in der Umfrage ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert und 110 Personen war es damit so ernst, dass sie uns ihre E-Mail-Adresse genannt haben. Diese Personen werden von Raimund Mittler, unserem Referenten für Inklusion und Ehrenamt im September zu zwei Info-Abenden eingeladen, um die diversen Tätigkeitsfelder vorzustellen und neue Mitstreiter zu gewinnen.

Der durch die Umfrage angestoßene Prozess ist am Laufen. Es wird sicher neben viel Arbeit auch einige Zeit brauchen, bis wir Schritt für Schritt die Umfrageergebnisse bewertet haben und die Konsequenzen in unserem Programm sichtbar werden. Dafür bitten wir auch um etwas Geduld. Vorstand und Abteilungsleiter sind sich einig, dass wir den Ball aufgreifen, nicht im Sinne von „Schwarz-Weiß“, von „Entweder-Oder“, sondern mit Augenmaß im Dialog mit Ihnen, den Mitgliedern der Sektion und einem das Bisherige und das Zukünftige verbindenden „Und“.