e394c54b 0965 4ae2 bd00 8ff83e0f2f6dDie Stadt Augsburg unterstützt das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das soll mithilfe eines Klimaschutz-Sofortprogramms gelingen, das jüngst vom Augsburger Stadtrat beschlossen worden ist.

Zuvor hatte der städtische Klimabeirat, bei dem auch unsere DAV-Sektion Augsburg vertreten ist, den Gremien der Stadt Augsburg empfohlen, den CO2-Ausstoß ab 2021 auf ein Restbudget von 11 Millionen Gewichtstonnen zu beschränken. Nach Verbrauch dieses CO2-Budgets müsste Augsburg rechnerisch klimaneutral wirtschaften, d.h. nur noch in dem Umfang CO2 in die Luft setzten, wie durch Wälder und andere CO2-Senken gebunden werden kann. Derzeit werden in Augsburg durch Heizen, Verkehr und Gewerbebetriebe jährlich um die 2,4 Millionen Gewichtstonnen CO2 emittiert.

In Form eines Klimaschutz-Sofortprogramms will die Stadtregierung nun daran arbeiten, dass Augsburg seinen Beitrag zu den Klimaschutz-Zielen leistet. Oberbürgermeisterin Eva Weber hat dieses Programm vorgestellt und der Stadtrat hat zugestimmt. Unter anderem soll für das Programm die Verwaltung beauftragt werden, bis Ende Oktober 2021 einen konkreten Plan zu erarbeiten, um die notwendige Reduktion von Treibhausgasen in Augsburg zu erreichen. Als Vorlage dafür soll eine Klimastudie dienen, welche die Stadt in Auftrag gegeben hat. Diese soll laut Beschlussvorlage „klar definierte Umsetzungsschritte und die dazu notwendigen politischen Weichenstellungen aufzeigen“. Sämtliche städtische Akteure, so insbesondere auch die Stadtwerke Augsburg, sind dazu aufgefordert, in ihren Bereichen aktiv daran zu arbeiten, zur Klimaneutralität der Stadt beizutragen. Jährliche Klimabilanzen sollen hier für Transparenz sorgen.

Geplant ist auch, schon Anfang 2021 die Bürger und Experten im Rahmen eines „Beteiligungskonzeptes“ einzubinden. Auch einen monatlichen „Dialog“ mit den Akteuren der Augsburger Klima-Bewegung strebt die Stadtregierung an, ebenso wie ein „Beteiligungsformat“, das einen repräsentativen Querschnitt der Augsburger Bevölkerung mit einbezieht und Empfehlungen an den Stadtrat abgeben kann. Bereits beschlossenes Ziel der Stadt ist die Halbierung des CO2-Ausstoßes pro Einwohner auf 4,75 Tonnen jährlich bis zum Jahr 2030. Im vergangenen Jahr lag er bei rund 7,43 Tonnen pro Bürger.

Abgesehen davon hat man aber auch den voranschreitenden Klimawandel im Visier (d.h. zunehmende drastische Wetterereignisse wie Hitze, Dürre, Sturm oder Starkregen) und verfolgt entsprechende Klimaanpassungsstrategien speziell für das Augsburger Stadtgebiet. Die Universität Augsburg hat ein „Zentrum für Klimaresilienz“ gegründet. Hier werden bereits bestehende Schwerpunkte zur Erforschung des Klimawandels durch neun weitere Professuren ergänzt. Ziel der Forschung wird sein, ganzheitliche und umsetzbare Strategien zur Anpassung an die unabwendbaren Folgen des Klimas zu entwickeln und zwar auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

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Bild: Augsburger Stadtrat beschließt Klimaschutz-Sofortprogramm. © BR24