Nachlese Klimacamp TitelbildVor kurzem hat Dr. Michael Schneider, Partner unserer DAV-Sektion in der Umweltbildung, im Augsburger Klimacamp am Rathausplatz seine Analysen und Auswertungen zum Einfluss des Klimawandels auf Flora, Fauna und Lebensräume im Allgäu vorgestellt. Damit wurde deutlich, dass der Klimawandel kein abstraktes oder weit hergeholtes Problem ist, das sich vor allem anderorts bemerkbar machen wird. Die klimabedingten Veränderungen betreffen in zunehmendem Maße auch unsere Region und unsere Bergwelt. Der aktuelle „Klimaschutzbericht 2019“ verspricht immerhin ein bisschen Hoffnung.

(1) Augsburger Klimacamp

Die gut besuchte Vortragveranstaltung fand am 18. August 2020 nach Einbruch der Dunkelheit statt. Die jungen Aktivisten*innen vom Augsburger Klimacamp hatten dazu im überdachten Eingangsbereich des Rathauses Leinwand und Beamer installiert und zudem für großzügige Sitzgelegenheiten gesorgt, um den Corona-Anforderungen bestmöglich gerecht zu werden. Pünktlich um 21.30 Uhr begann Dr. Michael Schneider, der international renommierte Biologe und Allgäuexperte, mit seiner rund einstündigen Powerpoint-PräsentationKlimawandel – Einfluss auf Natur und Mensch im Allgäu“:

Daher wird es auch weiterhin jeden Tag hochkarätige Vorträge, Filme und Workshops sowie politische Aktionen (z.B. jüngst der „Pop-up-Radweg“ in der Hermannstraße) geben. Besuch und Teilnahme beim Augsburger Klimacamp sind gerne erwünscht! Und der „Globale Klimastreiktag“ ist Freitag, der 25. September, wo man auch in Augsburg wieder auf die Straße gehen wird (vgl. https://fridaysforfuture.de/save-the-date/).

Nachstehend einige Bildimpressionen von der gelungen, aber sehr nachdenklich machenden Vortragsveranstaltung im Augsburger Klimacamp:

Nachlese Klimacamp Bildblock

(2) Klimaschutzbericht 2019

Eine immerhin tendenziell positive Nachricht gab es zwischenzeitlich: Das Bundeskabinett hat die Tage den „Klimaschutzbericht 2019“ beschlossen: Nach den vorliegenden Schätzungen hat Deutschland im Jahr 2019 rund 35,7 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als 1990. Zum Vergleich: 2018 lag die Minderung bei rund 32 Prozent, 2017 bei 27,5 Prozent. Die Gesamtemissionen 2019 sanken demnach gegenüber dem Vorjahr 2018 um fast 54 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (minus 6,3 Prozent) auf rund 805 Millionen Tonnen. Der Bericht betrachtet die Entwicklung der Emissionen vor dem Hintergrund beschlossener Klimaschutzmaßnahmen bis einschließlich 2019. Die Entwicklungen des Jahres 2020, insbesondere mögliche zusätzliche Effekte der Covid19-Pandemie, sind darin nicht enthalten. Der Bericht zeigt, dass die Maßnahmen des Aktionsprogramms 2020 wirken: Sie tragen dazu bei, die Lücke zur Erreichung unseres Reduktionsziels von minus 40 Prozent bis 2020 zu verkleinern. Dabei leistet der EU-Emissionshandel mit deutlich höheren Zertifikatspreisen einen höheren Minderungsbeitrag als noch vor einem halben Jahr erwartet. Günstig entwickelte sich insbesondere der Energiesektor, ungünstig hingegen der Verkehrsbereich:

Wenn die tatsächlichen Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2020 deutlich niedriger ausfallen, könnte das 40 Prozent-Ziel gemäß Aktionsprogramm 2020 noch erreicht werden. Der nächste Klimaschutzbericht wird seinen Blick auf das Jahr 2030 richten und auch die Entwicklungen des Jahres 2020 einbeziehen. Er wird neben den unmittelbaren Auswirkungen der Covid19-Pandemie auch Aussagen darüber enthalten, welchen Beitrag das Klimaschutzprogramm 2030 in Kombination mit dem Corona-Konjunkturprogramm voraussichtlich auf dem langfristigen Weg zur Treibhausgasneutralität leisten werden.

Weitere Informationen

Titelbild: Augsburger Klimacamp
Bildblock: Impressionen vom Klimacamp und Vortrag des Allgäuexperten Dr. Michael Schneider
Alle Fotos von Dr. Jochen Cantner und Hanne Cornils