AlpensalamanderDer Freizeitdruck auf die Naherholungsgebiete und auf den Alpenraum nimmt zu, in der Nach-Lockdown-Phase ist es – wie schon in der Presse berichtet – richtig schlimm geworden. Für das Bedürfnis, wieder mehr unter freiem Himmel unterwegs zu sein, kann man volles Verständnis zeigen. Trotzdem gilt es beim Naturgenuss mehr denn je, schon immer geltende Grundregeln zu beachten und die Natur, die Tiere und deren Lebensräume zu respektieren.

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) hat nun zusammen mit dem Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern (AVO) ein paar grundlegende Verhaltensregeln formuliert. So sollte es selbstverständlich sein, auf den ausgezeichneten Wegen zu bleiben, Beschilderungen und Infotafeln zu beachten und Sperrungen von sensiblen Flächen zu beherzigen. Hier hofft man trotz der besonderen Situation auf die Akzeptanz der breiten Bevölkerung. Denn je besser das Miteinander von Mensch und Natur durch Verständnis und Rücksichtnahme von alleine funktioniert, desto weniger Sperrungen sind nötig.

Herausgehoben wird die aktuelle Situation beim beliebten Alpensalamander. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass sich die Besucherintensität in den bayerischen Bergen schon ausgeweitet hat, wurde leider bereits gefunden. Im Rahmen eines jüngst angelaufenen LBV-Projekts zur Erfassung überfahrener Alpensalamander wurden aktuell in mehreren Gebieten der bayerischen Alpen in nur wenigen Tagen zahlreiche tote Tiere gefunden, die von Fahrrädern überfahren oder totgetrampelt wurden. Der Alpensalamander bekommt nur alle zwei bis vier Jahre im Juni zwei Junge. Werden die Weibchen jetzt vermehrt überfahren, ist der Nachwuchs für Jahre verloren. Als klimasensible Art wird sich sein Lebensraum zukünftig wohl verkleinern und es ist mit Bestandseinbrüche zu rechnen.

Der AVO teilt die Bedenken des LBV: „Wir freuen uns, dass die Besucher der Berge und der Almen sich für unsere Landschaft und die Berge interessieren. Diese Kulturlandschaft wird seit vielen Jahrhunderten von den Alm- und Bergbauern gepflegt und mit unseren Tieren beweidet. Erst dadurch sind diese wertvollen Lebensräume entstanden, die es für die Zukunft zu erhalten gilt. Deshalb unser Appell: Nehmt auf die Natur und das Almvieh Rücksicht, bleibt auf den Wegen, nehmt die Hunde an die Leine und euren Abfall bitte wieder mit ins Tal“, so Josef Glatz, 1. Vorsitzender des AVO.

Aber nicht nur die Alpengebiete sind betroffen, auch im Flachland, vor allem um die Ballungsräume, sind Wiesenbrütergebiete, Seen, Flüsse und Moore mit ihren teils sehr sensiblen Tier- und Pflanzengesellschaften einem überdurchschnittlichen hohem Druck der nach Distanz suchenden Bevölkerung ausgesetzt.

Weitere Informationen unter: https://www.lbv.de/news/details/beim-urlaub-dahoam-die-natur-respektieren/

Bild: Alpensalamander in der Aaschlucht bei Engelberg OW. © https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alpensalamander.jpg