Mopsfledermaus Barbastella barbastellus 01

Bereits im Januar wurde die Mopsfledermaus zur „Fledermaus des Jahres 2020-2021“ gekürt. Nach Ende ihrer Winterruhe sucht sich die Mopsfledermaus nun vor allem in alten Bäumen mit abstehender Rinde, in Stammrissen oder Baumspalten ihre Sommerquartiere. Doch wo in unseren Wäldern gibt es Mopsfledermäuse? Wie nutzen diese Tiere ihre Lebensräume und wie lassen sich die Bedingungen für die bedrohte Art verbessern? Um diese Fragen zu beantworten, beginnen von Mai an in acht Bundesländern, so auch in Bayern, Feldforschungsarbeiten zur deutschlandweiten Verbreitung der Mopsfledermaus.

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) zählt bundesweit zu den stark gefährdeten bzw. vom Aussterben bedrohten Arten. Sie bevorzugt naturnahe Wälder und hat einen ihrer europäischen Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland. In den 1950er bis 1970er Jahren führten Quartierverluste und eine Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft zu dramatischen Bestandseinbrüchen. Pestizide reduzierten das Nahrungsangebot für die hoch spezialisierte Mopsfledermaus erheblich. Vielerorts wurde Alt- und Totholz in unseren Wäldern beseitigt und die Landschaft mehr und mehr durch Verkehrswege zerschnitten. Die anspruchsvolle Fledermausart überlebte in Deutschland und Westeuropa nur in wenigen Reliktgebieten.

Das Verbundprojekt „Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland“ hat zum Ziel, die Mopsfledermaus zu schützen. Ihre Lebensräume sollen optimiert und vernetzt werden, um der Verantwortung Deutschlands für den Erhalt der Art gerecht zu werden. Ein zentraler Baustein hierbei ist eine naturnahe Waldbewirtschaftung, denn sie fördert Baumstrukturen, die die Mopsfledermaus als Lebensraum benötigt. Daher engagiert sich das Projekt für eine enge Zusammenarbeit mit den öffentlichen wie privaten Waldeigentümerinnen und -eigentümern sowie der Forstwirtschaft. Gemeinsam sollen geeignete Schutzmaßnahmen für die Art in eine forstliche Nutzung integriert werden. Das Verbundprojekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit 4,3 Mio. Euro gefördert. Die Teilprojekte des Vorhabens werden darüber hinaus von den jeweiligen Ländern und weiteren Partnern unterstützt.

Dazu können Ehrenamtliche beitragen, in einer „Citizen Science“-Aktion. Was das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann, machen diese Naturbegeisterten mit speziellen Ruferfassungs-Geräten hörbar: Wenn eine Mopsfledermaus zwischen Baumwipfeln und an Waldrändern Kleinschmetterlinge jagt und dabei ihren unverkennbaren Ortungslaut ausstößt, zeichnen sie das Geräusch mit sogenannten „Mini-Batcordern“ auf. Teilweise fangen die Forschenden Einzeltiere mit Netzen und geben ihnen einen Peilsender mit, um zu erfahren, wo die Quartiere liegen. Die Ergebnisse sind wichtiger Bestandteil eines bundesweiten Schutzprojektes, das die Lebensgrundlagen der bedrohten Fledermausart im Wald verbessern soll.

Weitere Informationen unter www.mopsfledermaus.de bzw. für Bayern unter https://www.mopsfledermaus.de/verbundprojekt/stiftung-fledermaus

Bild: Mopsfledermaus im Flug. © C. Robiller / Naturlichter.de / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)