csm Fluss Felsen Wald im Donaudurchbruch Andy Ilmberger Fotolia a7
Der Donaudurchbruch bei Weltenburg, die sogenannte „Weltenburger Enge“, wurde unlängst als erstes Nationales Naturmonument in Bayern ausgezeichnet. Den Startschuss dazu gaben Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Umweltminister Thorsten Glauber und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem gemeinsamen Termin am 13. Februar 2020 im Kloster Weltenburg. Zudem wurden Deutschlands höchstgelegene Bauwerke auf der Zugspitze vor kurzem in die Liste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege aufgenommen.

Als Nationale Naturmonumente können Gebiete naturschutzrechtlich ausgewiesen werden, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind.

Die Bayerische Staatsregierung hat am 11. Februar 2020 die Ausweisung des ersten Nationalen Naturmonuments in Bayern in der Weltenburger Enge beschlossen. Das Ausweisungsverfahren wurde in einem transparenten Prozess durch das Umweltministerium unter enger Einbindung der beteiligten Stellen, Verbände und Interessengruppen sowie der Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Dieses erste Nationale Naturmonument in Bayern umfasst eine Fläche mit einer Größe von rund 197 Hektar und bildet das Kerngebiet der geschützten Natur und Landschaft rund um die Weltenburger Enge. Es ist umgeben von zahlreichen bedeutenden Kulturschätzen, wie zum Beispiel das Kloster Weltenburg und die Befreiungshalle. Die entsprechende Verordnung trat am 1.3.2020 in Kraft.

Der Donaudurchbruch bei Weltenburg wurde vom BUND Naturschutz gemeinsam mit anderen Verbänden in den achtziger Jahren vor einer Staustufe mit Wasserkraftwerk gerettet, die die Rhein-Main-Donau AG und die Staatsregierung geplant hatten. „Wir freuen uns über die Auszeichnung der Weltenburger Enge als erstes Nationales Naturmonument in Bayern“, kommentiert der BUND Naturschutz-Landesvorsitzende Richard Mergner die Unterschutzstellung durch das bayerische Kabinett. Gleichzeitig fordert der BUND Naturschutz eine deutliche Vergrößerung der geschützten Flächen um mindestens tausend Hektar. Erst mit dem Verzicht auf die forstliche Nutzung angrenzender Staatswälder auf einer deutlich größeren Fläche von ca. 1.000 Hektar kann das Nationale Naturmonument ein ambitioniertes Schutzgebiet werden, das bundesweiten Standards entspricht und einen neuen Beitrag zur Umsetzung der neuen rechtlichen Verpflichtung für 10 Prozent Naturwälder liefert", so Mergner.

Weitere Informationen unter: www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/schutzgebiete/nationale_naturmonumente/index.htm und www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/weltenburger-enge-ist-erstes-nationales-naturmonument-in-bayern.html

In diesem Zusammenhang noch eine denkwürdige Nachricht:

denkmäler zugspitze höhenstrahlungsmessstationDeutschlands höchstgelegene Bauwerke auf der Zugspitze sind nun auch Denkmäler. Die Alpenvereinshütte „Münchner Haus“ am 2.962 Meter Gipfel, die Wetterwarte, die Funkübertragungsstelle und die ehemalige Höhenstrahlungsmessstation wurden in die Liste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege aufgenommen. In Bayern gibt es rund 110 000 Denkmäler. Voraussetzung für die Aufnahme in die Liste ist eine geschichtliche, künstlerische, städtebauliche, wissenschaftliche oder volkskundliche Bedeutung. Nur wenige Denkmäler sind öffentlich zugänglich. Die vier Denkmäler auf der Zugspitze seien in vielfacher Weise überragend, sagte Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler bei der vor kurzem erfolgten Vorstellung der Denkmäler mit Generalkonservator Mathias Pfeil. Sie seien ein Zeugnis für die Entwicklung von Technik, Architektur und Alpintourismus und stehen für Kulturgeschichte im besten Sinne. Weitere Informationen unter: https://www.blfd.bayern.de/meta/aktuelle_meldungen/001278/
Ein Besuch der Zugspitze und Sichtung der neuen Denkmäler bietet sich an im Rahmen unserer „Besonderen Touren 2020“, vergleiche dazu nochmals unsere Newsmeldung vom 29.2.2020, verfügbar unter: https://www.dav-augsburg.de/natur-kultur/150-aav-natur/natur-kultur-berichte/1283-besondere-touren-2020
Bild 1: Der Donaudurchbruch bei Weltenburg, auch "Weltenburger Enge" genannt, ist einer der bekanntesten Naturschätze Bayerns. © BUND Naturschutz / Foto: Andy Ilmberger/fotolia.com
Bild 2: Zugspitze, Höhenstrahlungsmessstation. © Foto: Forstner, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege