Vogelschutz in der Region TitelbildVor einiger Zeit hatten wir vom Engagement in der Region zum Vogelschutz berichtet. Unsere beiden Partnerorganisationen „Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben e.V. (nwvs)“ und „Landesbund für Vogelschutz LBV Augsburg“ hatten als Schwerpunkt ihrer diesjährigen Aktivitäten im Wiesenbrüterschutz die Vogelart Kiebitz ausgewählt und entsprechende Schutzmaßnahmen auf einer Renaturierungsfläche nahe Königsbrunn ergriffen. Diese Aktion wurde zwischenzeitlich abgeschlossen. Unlängst erfolgte im Rahmen einer Exkursion ein Vergleich mit spezifischen Maßnahmen im Östlichen Donauried.

Der Wiesenbrüterschutz bei Königsbrunn erfolgte mittels eines Elektrozauns. Hiermit sollten fußläufigen Predatoren (d.h. Füchse, freilaufende Hunde und Katzen) davon abgehalten werden, den Bruterfolg einer Population von rund 10 Kiebitzpaaren zu beeinträchtigen. Die Installation des Zaunes erfolgte im April, auch unter Mitwirkung der DAV-Sektion Augsburg. Im Weiteren konnten die Kibitze zwar ungestört Eier legen, aber der Nachwuchs wurde dennoch gestört. Ursächlich waren allerdings Predatoren aus der Luft, also Raubvögel. Der Schutzzaun wurde Ende Juni wieder abgebaut und nun stehen Überlegungen für die weitere Vorgehensweise an.

Dazu werden auch Erfahrungen aus Wiesenbrüterschutzaktionen andernorts einbezogen. Im Rahmen einer Exkursion des nwvs ins Östliche Donauried mit dem Titel „Wiesenbrüter, Wiesen, Streuwiesen und Stromtalarten“, dabei unter Leitung von Katrin Habenicht (Vorstand nwvs) und Robert Kugler (Leiter AG Ornithologie, nwvs), konnte man interessante Vergleichswerte ermitteln.

Im Donauried erfolgten die Schutzmaßnahmen seitens LBV, dabei sowohl für Kiebitze als auch für den Großen Brachvogel, die Leitart des Wiesenbrüterschutzes in Bayern. Anders als in Königsbrunn richtete man Brutinseln als Brache auf Ackerflächen ein, die mit Leitstangen als Indikation für die Landwirte versehen sind. Aber auch hier waren die Schutzergebnisse nicht vollends befriedigend. Man erkannte, dass ebenfalls Flugpredatoren und eventuell die Leitstangen dafür verantwortlich sind. Für die nächste Brutsaison sind die Planungen und Vorbereitungen bereits am Laufen. Ergänzend sollen Beweidung und Schutzbewuchs als Schutzmaßnahmen sowohl gegen Flug- als auch Bodenprädatoren eingesetzt werden. Bei der Beweidung in Form eines Schutzgürtels rund um die Brutflächen wird auch gleich ein weiterer Beitrag zum Artenschutz respektive Artenvielfalt geleistet, indem besondere Rinderarten wie Galloways, Wasserbüffel und Limousines zum Einsatz kommen. Arrondierende Maßnahmen umfassen zudem die Einrichtung von feuchten Senken sowie eine Winter-Mulchung und verspätete Bewirtschaftung der beschützten Ackerflächen.

Die nvws-Exkursion, welche von der regionalen Gebietsbetreuerin Anja Müller begleitet wurde, führte im Weiteren in das Naturschutzgebiet „Mertinger Höll“, wo fachkundig Fauna & Flora gezeigt und erklärt wurden. Unser Partner nwvs möchte künftig alle seine Exkursionen zusammen mit regionalen Experten durchführen, um den Know-how-Transfer für die Teilnehmer*innen zu optimieren. Außerdem steht an, dass der nwvs-Vogelexperte Robert Kugler zum Landesbeauftragten für Wiesenbrüterschutz in Bayern berufen wird – eine Aufgabe und Funktion, welche dem Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg zugeordnet ist.

Weiterführendes:

Abschließend noch einige Bildimpressionen der nwvs-Exkursion ins Östliche Donauried:

Vogelschutz in der Region Bildblock 1Vogelschutz in der Region Bildblock 2Titelbild: Vogelschutz in der Region

Bildblock 1: Wiesenbrüterschutz im Östlichen Donauried

Bildblock 2: Naturschutzgebiet „Mertinger Höll“

Alle Fotos von Dr. Jochen Cantner und Hanne Cornils