ClimEX Hochwasser in DeggendorfDer Klimawandel macht sich besonders im Alpenraum bemerkbar. Neben dem Temperaturanstieg spielen gerade auch Wetterextreme eine zunehmende Rolle. Veränderungen in Häufigkeit und Intensität von hydrologischen Extremereignissen, wie sie bei den Hochwassern 2013, 2005, 2002 oder 1999 aufgetreten sind, werden zwar im Zusammenhang mit dem Klimawandel erwartet, konnten aber bisher nur unzureichend quantifiziert werden. Das Bayerische Umweltministerium und Partner sind hier intensiv am forschen. Vor kurzem wurden dazu die wesentlichen Ergebnisse des „ClimEx Projekts“ im Rahmen eines Abschluss-Symposiums der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft diskutiert.

Das Projekt ClimEx ist ein Meilenstein in der langjährigen Zusammenarbeit des Freistaates Bayern und der Provinz Québec / Kanada im Bereich der Klimawissenschaften und der Klimafolgenforschung. Durch den Einsatz von High Performance Computing entstand ein neuartiger Datensatz aus hochauflösender Klimamodellierung und der hydrologischen Anwendung für Bayern und Québec. Die 50 Modellläufe (1950-2099, RCP8.5) und die resultierenden 7500 Modelljahre leisten einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis der Rolle von natürlicher Variabilität im Klimasystem und liefern gleichzeitig einen bislang einzigartigen Datensatz zur verbesserten systematischen Erfassung, Interpretation und Bewertung von Extremereignissen im wasser-wirtschaftlichen Kontext.

Resultate des ClimEx-Projekts zeigen bei insgesamt deutlich zunehmenden Temperaturen eine signifikante Abnahme der mittleren jährlichen Abflüsse, bei saisonaler Zunahme im Winter und starker Abnahme im Sommer. Extremereignisse werden zunehmen, was sich in einer deutlichen Veränderung der Jährlichkeiten von Hochwasserabflüssen, aber auch der Häufigkeit und Intensität von Dürreperioden und Hitzewellen widerspiegelt. Die Veränderungen sind räumlich und zeitlich sehr dynamisch und fallen in den 98 untersuchten bayerischen Flussgebieten regional sehr unterschiedlich aus. Sie erfordern die Entwicklung und Bereitstellung flexibler Anpassungsmechanismen.

Das CimEX-Projekt wurde vom Bayerischen Umweltministerium (BStMUV) gefördert und ist fachlich im „Referat 54 Monitoring, Wasserhaushalt, Warndienste“ beheimatet. Umfassende Informationen zum Projekt finden sich unter: www.climex-project.org

Nachstehend einige Bildimpressionen vom Abschluss-Symposium:

ClimEx Bildblock 1ClimEx Bildblock 2aTitelbild: Hochwasserregion Bayern. © ClimEx

Bildblock 1: Tagungsort und -eröffnung Bayerische Akademie der Wissenschaften, München

Bildblock 2: Wellcome Adresses und Fachvorträge: Prof. Dr. Dieter Kranzlmüller (LMU, Leiter des Leibniz Rechenzentrums Garching), Marie-Eve Jean (Generaldelegierte Vertretung der Regierung von Quebec), Prof. Dr.-Ing. Martin Grambow (BStMUV, Leiter des Referats 54), Prof. Dr. Ralf Ludwig (LMU, Department of Geographie), Dr. Friedericke Otto (Leiterin Environmental Change Institute der Oxford University)

Alle Fotos von Dr. Jochen Cantner