Nachlese MW TitelbildUnlängst gab es einen NUK-Theorieabend zu bzw. mit unserer Partnerorganisation „Mountain Wilderness Deutschland e.V. (MW)“. Hierbei referierte gleichsam launig und informativ die MW-Vorsitzende Dr. Gotlind Blechschmidt mit dem Vortrag „Mountain Wilderness Deutschland e.V., ein Verein stellt sich vor – Brennpunkte für den Naturschutz in den Alpen“. Der Besucherandrang war überwältigend, so dass die Sitzgelegenheiten im Andy Schmidt-Raum vollständig belegt waren. Wir mussten sogar noch die verfügbaren Stühle aus dem Otto-Stüberl herbeischaffen!

Vor einer illustren Teilnehmerschar aus allen Sportgruppen und Altersklassen unserer Sektion sowie interessierten Öffentlichkeit berichtete Dr. Gotlind Blechschmidt, die auch DAV-Mitglied in den Sektionen München & Oberland und in Augsburg ist, über Motivation, Zielstellungen und öffentlichkeitswirksame Aktionen der national und auch international aufgestellten Organisation. In besonderem Maße geht es Mountain Wilderness um die Einstellungen und Werte zu unserer alpinen Natur, die immer mehr im Argen liegen und korrigiert werden sollten. Besondere Brennpunkte sieht man in den weitergreifenden technischen und touristischen Erschließungen (Stichworte: Gondelbahnen, Skilifte, Speicherteiche, Aussichtsplattformen, Klettersteige, Funparks), dem nach wie vor populären Individualverkehr in die Berge (anstelle Bus&Bahn, wie etwa in der Schweiz) und den wachsenden Verbauungen unserer Alpenflüsse (d.h. Wasserkraftwerke und Staudämme). Nur wenn wir hier endlich Maß halten, lässt sich unberührte alpine Natur erhalten – „mountain wilderness“ eben!

Die Aktionen und Projekte von Mountain Wilderness dienen dazu, die Öffentlichkeit über diese Brennpunkte möglichst frühzeitig zu informieren. Dabei macht man vor Ort aufmerksam mit Präsenz, Symbolen und pfiffigen Slogans. Mountain Wilderness steht somit an vorderster Front der „Graswurzelbewegung“ (d.h. die politischen und gesellschaftlichen Initiativen aus der Basis der Bevölkerung), welche zur Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit beiträgt und den Entscheidungsträgern wichtige Informationen gibt, was und wie zu verändern ist, um unsere wunderbare Natur & Umwelt zu schützen und zu erhalten.

Nähere Informationen zu Mountain Wilderness Deutschland e.V. mit seinen Projekten und Aktionen finden sich unter: https://www.mountainwilderness.de/ Dort gibt es auch einen Link zum aktuellen Naturfrevel in unseren Mittelgebirgen, nämlich die geplante „Frankentalbrücke“. Wer sich der Petition der „Initiative Höllental“, dieses Bauprojekt zu verhindern, anschließen möchte, sollte dort bitte unterzeichnen.

Aktueller Bedarf an alpinen MW-Aktionen ergibt sich insbesondere in Österreich, wo das Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramm (TSSP) novelliert werden soll, möglicherweise mit neuen Freiheitsgraden für naturbelastende Erschließungen via Erweiterungen oder Zusammenschlüssen. In diesem Zusammenhang sei speziell die im Planungsprozess weit fortgeschrittene Skischaukel „Verbindung Hochoetz – Kühtai mit Schafjochbahn“ benannt. Dazu weitere Informationen seitens DAV unter: https://www.alpenverein.de/natur/in-tirol-droht-erschliessungswelle_aid_32551.html Hier gibt es ebenfalls einen Link zu diversen Petitionen gegen die geplante Änderung des TSSP und anstehende Vorhaben. Der DAV ruft zur Unterzeichnung auf.

Nachstehend noch ein paar Bildimpressionen zum gelungenen NUK-Theorieabend:

Nachlese MW Bildblock

Titelbild: Dr. Gotlind Blechschmidt, Vorsitzende von Mountain Wilderness Deutschland e.V., im Vortrag beim NUK-Theorieabend

Bildblock: Vortragende und Teilnehmer

Alle Fotos von Dr. Jochen Cantner