Mooshummel Monika Graf LBV Bildarchiv mit Logo VB 2575c3d7In Bayern verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten. Dies betrifft auch den Natur- und Kulturraum unserer Alpen. Wir sind Zeuge des größten Artensterbens seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Diese Entwicklung muss gestoppt werden. Denn es geht dabei auch um unser Überleben: Wenn es keine Bienen und Hummeln mehr gibt, wer bestäubt dann unser Obst und Gemüse? Aus diesem Grund ruft der Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. (LBV) dazu auf, sich an einem Volksbegehren für eine entsprechende Anpassung des Naturschutzgesetzes zu beteiligen. Mitgetragen und unterstützt wird dieser Aufruf mittlerweile von einer Vielzahl an weiteren Natur- und Umweltschutzorganisationen, wie auch vom DAV bzw. einzelnen Sektionen, so insbesondere von unserer DAV-Sektion Augsburg als lokalem Bündnispartner!

Die wissenschaftlich belegten Fakten zum Artenschwund lauten:

  • 54% aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben.
  • 73% aller Tagfalter sind verschwunden.
  • Über 75% aller Fluginsekten sind nicht mehr da.
  • In Bayern leben nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren.

Der Artenschutz und die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft sind eng miteinander verbunden. Beide Seiten – Natur und Bauern – müssen gewinnen. Landwirte müssen fair bezahlt werden, damit sie sich überhaupt noch um die Natur kümmern können. Jetzt besteht die Chance, Regelungen für den Artenschutz im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern. Folgendes wird empfohlen:

  • Eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere schaffen.
  • Hecken, Bäume, kleine Gewässer in der Landwirtschaft erhalten.
  • Blühende Randstreifen an allen Bächen und Gräben.
  • Die ökologische Landwirtschaft massiv ausbauen.
  • 10% aller Wiesen in Blühwiesen umwandeln.
  • Alle staatlichen Flächen pestizidfrei bewirtschaften.
  • Naturschutz als Teil der Ausbildung von Land- und Forstwirten.

Was können wir tun? Jeder einzelne sollte das Volksbegehren Artenvielfalt unterstützen. Die erste Hürde ist bereits überwunden: Knapp 100.000 Menschen haben in der 1. Zulassungsphase für das Volksbegehren unterschrieben. Jetzt steht die zweite und größte Herausforderung an. Für ein besseres bayerisches Naturschutzgesetz müssen sich 10% der Wählerinnen und Wähler im Freistaat Bayern zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 in den Rathäusern eintragen. Das sind knapp 1 Million Menschen! Dafür werden viele aktive Unterstützer und starke lokale Aktionsbündnisse benötigt!

Der Aufruf des LBV bzw. unserer DAV-Sektion Augsburg lautet: „Bitte tragen Sie sich gleich Ihre Rathaus-Daten in Ihren Kalender ein! In den Rathäusern und anderen amtlichen Eintragungsstätten sind die Listen ausgelegt. Wichtig: Gültigen Ausweis mitnehmen! Es dauert nur 2 Minuten, aber Sie retten das Leben bedrohter Arten. Nicht nur die Bienen!“

Weitere Informationen unter: www.volksbegehren-artenvielfalt.de

Vgl. zudem auch nochmals unsere Newsmeldung vom 8.12.2018: https://www.dav-augsburg.de/aav/verein-berichte/983-lbv-wird-traeger-des-volksbegehrens-gegen-das-artensterben

Im Vorfeld der Eintragungsphase bieten verschiedene Organisationen in Augsburg Veranstaltungen zum Thema an. Hier kann man sich aus erster Hand über das Volksbegehren informieren:

  • Am Freitag, den 25. Januar 2019, bietet der Bund Naturschutz (BN) die Veranstaltung „Das Insektensterben – Ursachen, Folgen, und was wir dagegen tun können“ mit Dr. Andreas Fleischmann um 19.00 Uhr im S-Forum in der Stadtbücherei an. Herr Fleischmann ist Kurator und Wissenschaftler an der Botanischen Staatssammlung München.

  • Am Mittwoch, den 30. Januar 2019, kommt der Vorsitzende des Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV), Herr Norbert Schäffer, zu einem Abendvortrag um 19.30 Uhr in den Reichle Saal des Zeughauses. Herr Schäffer war vor seinem Wirken im LBV verantwortlich für internationale Artenschutzprojekte auf EU-Ebene. Damit kommt mit ihm ein ausgewiesener Artenschutz-Experte nach Augsburg.

  • In Augsburg hat sich zur Unterstützung des Volksbegehrens ein Aktionskreis gegründet. Ihm gehören derzeit folgende Organisationen an: die ÖDP, die Grünen, die Kreisgruppe Augsburg des Landesbund für Vogelschutz (LBV), der Bund Naturschutz (BN) in Augsburg, die Regionalgruppe der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (ABL), der Stadtverband der Imker, die katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Naturwissenschaftliche Verein für Schwaben und Greenpeace Augsburg. Der Aktionskreis koordiniert die verschiedenen Aktivitäten zum Volksbegehren in der Stadt. Am Eröffnungstag der Eintragungsphase, dem 31. Januar 2019, bietet der Aktionskreis eine große Kundgebung auf dem Rathausplatz an: um 10:00 Uhr werden hier Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Unterstützungsorganisationen sprechen.

  • Eine weitere Gelegenheit zu Information bietet sich am Montag, den 4. Februar 2019, um 19.30 Uhr im Filmsaal des Augsburger Zeughauses: hier spricht die stellvertretende Landesvorsitzende der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP), Frau Agnes Becker, ebenfalls zu den Inhalten des Volksbegehrens.

Bild: Nicht nur Bienen, sondern unsere gesamte Artenvielfalt in Bayern ist stark bedroht (Foto: Mooshummel). © LBV / Monika Graf