OMHPetra Wagner und Gerhard Soyer-Wagner hören zum Ende des Jahres als Pächter unserer Otto-Mayr-Hütte auf. Sieben Jahre lang waren sie unsere engagierten, allseits beliebten Garanten dafür, dass unsere schöne Hütte in den Tannheimer Bergen sich zunehmender Beliebtheit erfreut und sich in einem anerkannt guten Zustand befindet. Daher bedauern wir, dass eine weitere Zusammenarbeit aufgrund unterschiedlicher Erwartungen nicht mehr möglich ist.
Ungeachtet dessen bedankt sich der Vorstand bei Petra und Gerhard für ihre hervorragende Arbeit in den letzten Jahren, die hohe Anerkennung und Respekt verdient.
 
Erzählungen und Fakten
Erzählungen vom Ende der Zusammenarbeit und Mutmaßungen über die Gründe machen seit einigen Monaten die Runde. Nachdem sich die Sektion in der öffentlichen Kommunikation zurückgehalten hatte, um die Chancen einer Einigung nicht zu gefährden, sehen wir uns nun veranlasst, einseitigen und verzerrten Darstellungen entgegenzutreten und den Sachverhalt im Interesse der Sektion klarzustellen.

Verpflichtung zur Fairness
Unsere Hütten, sowie unsere Kletterhalle sind unser geschätztes Vereinseigentum, das wir als Vorstand treuhänderisch verwalten. Dabei stehen wir in der Pflicht gegenüber der Solidargemeinschaft unserer Mitglieder, für faire und ausgewogene Rahmenbedingungen zu sorgen, die den Interessen beider Seiten (Pächter und Sektion) gerecht werden.
Der Alpenverein investiert große Beträge in den Erhalt und die Modernisierung der Hütten, so auch in die Otto-Mayr-Hütte. Sie wurde vor gut zehn Jahren mit sehr hohem Aufwand generalsaniert und modernisiert. Des Weiteren finanzieren wir laufend Maßnahmen zur Instandhaltung, zur Erfüllung behördlicher Auflagen (z.B. Brandschutz oder Abwasserbehandlung) oder zum Ausbau des Benno-Helf-Hüttles.
Das kostet viel Geld. Soweit die Einnahmen der Sektion aus Hüttenpacht und Übernachtungserlösen nicht ausreichen, wurden und werden diese Investitionen zu wesentlichen Teilen aus Mitgliederbeiträgen und aus Zuschüssen des DAV-Bundesverbands bezahlt. Der Bundesverband knüpft seine Förderung, auf die wir angewiesen sind, an Regeln und Bedingungen, die allgemein für DAV-Hütten gelten. Dazu gehören eine angemessene Pacht und ein entsprechender vertraglicher Rahmen.
Der DAV betreibt mehr als 300 Hütten und verfügt damit über eine sehr gute Einschätzung von Konditionen, die für Alpenvereinshütten angemessen sind. Wir als Vorstand der Augsburger Sektion halten solche DAV-Standards für nachvollziehbar und im Interesse der Mitglieder für sehr hilfreich, wobei uns an einem partnerschaftlichen und fairen Miteinander mit unseren Pächtern gelegen war und ist.

Kompromissangebote
Trotz vieler Gespräche und sehr moderater Kompromissangebote zu Pacht und Vertragsrahmen, die deutlich unterhalb der angemessenen DAV-Standards lagen, war mit Familie Wagner leider keine Einigung erreichbar. Vielleicht spielten auch andere Beweggründe und Erwartungen eine Rolle.
Die Einnahmen aus einer halbjährig bewirtschafteten Hütte dieser Kategorie können sicher nicht den Lebensunterhalt der Pächter für das ganze Jahr garantieren, wie das bei großen, umsatzstarken Hütten, wie etwa am E5, mitunter erwartet werden kann. Eine DAV-Hütte ist auch keine Privathütte, die dem Pächter autonome Freiheiten ohne Regeln und nötige Abstimmung mit der Sektion einräumt. Es gelten u.a. die Grundsätze der Hüttenverordnung des DAV. Nicht ohne Grund werden DAV-Hütten von eigenen Referenten betreut, die als Brückenglied zur Sektion fungieren.
An dieser Stelle bedankt sich der Vorstand ausdrücklich auch für das hervorragende Engagement und den Einsatz von Ernst Kundinger, wie auch bei seinem Vorgänger, Franz Valek, und nimmt jetzt, nach der guten Zusammenarbeit in den letzten Jahren, die emotional hoch aufgeladenen Anfeindungen der Familie Wagner enttäuscht zur Kenntnis.

Suche nach Nachfolgern
Die Hüttenpacht ist derzeit ausgeschrieben, siehe hier. Vorschläge hierzu sind willkommen.

Ansprechpartner:
DAV Sektion Augsburg, Peutingerstr. 24, 86152 Augsburg, 0821-51 67 80, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!