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Liebe Bergkameradinnen und Bergkameraden,

nicht erst seit dem zunächst schwelenden und nunmehr eskalierenden Streitfall um die Errichtung einer Skischaukel am Riedberger Horn befindet sich unser Alpenverein in einem gewissen Zwiespalt. Ursächlich hierfür ist die Doppelrolle als Bergsport- und Naturschutzorganisation. Zwangsläufig entstehen dabei Zielkonflikte, die nicht ohne Kompromisse gelöst werden können.

Brückenschlag zwischen Ökonomie und Ökologie
Letztlich geht es um die altbekannte Notwendigkeit vom Brückenschlag zwischen Ökonomie und Ökologie, d.h. dem ökologieverträglichen Umbau unserer Wirtschaftsweise. Hier wurde in den vergangenen Jahrzehnten schon vieles erreicht. Man denke nur an die frühen Erfolge im Gewässerschutz und der Luftreinhaltung oder an die bereits in den 1990er Jahren begonnene Transformation der konventionellen Müllabfuhr hin zur ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft. Die Energiewende zugunsten erneuerbarer Energien wurde in jüngerer Zeit eingeleitet, eine Verkehrswende steht am Anfang. Vorreiter bei diesen positiven Entwicklungen ist übrigens auch die Stadt Augsburg, welche sich verdientermaßen Umweltstadt nennen darf.

Zur Durchsetzung von Ökologie und Ökonomie im Verbund muss zwar vielfach auf das Ordnungsrecht zurückgegriffen werden, d.h. eine restriktive Steuerung mittels Umweltauflagen, Geboten und mitunter Verboten. Aber auch wirtschaftsorientierte, sprich marktkonforme Instrumente kommen zum Einsatz, so etwa in Form von Umweltabgaben (z.B. Energiesteuer), Umweltsubventionen (z.B. Umweltbonus Elektromobilität) und sogenannten Kooperationslösungen, wie handelbare Umweltzertifikate (z.B. EU-Emissionshandel für Treibhausgasemissionen), ökologiedienliche Branchenabkommen (z.B. Umweltpakt Bayern) und freiwillige Selbstverpflichtungen (z.B. Bayerische Klima-Allianz).

Selbstverpflichtung der Alpenvereine
Im Sinne einer solchen Selbstverpflichtung haben sich die Alpenvereine schon frühzeitig zum Natur- und Umweltschutz bekannt. Nachdem sie im 19. Jahrhundert in ihren Arbeitsgebieten die touristische Erschließung des Alpenraumes und dessen wissenschaftliche Erforschung eingeleitet haben, wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts diesen Aufgaben die Erhaltung der Alpen in ihrer Schönheit und Ursprünglichkeit zur Seite gestellt. Im Jahr 1927 wurde der Naturschutz formell in die Vereinssatzungen aufgenommen. Heute setzen sich die Alpenvereine im Interesse kommender Generationen gleichermaßen dafür ein, Naturzerstörungen zu verhindern, Umweltbelastungen zu vermindern und die nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Klimawandel im Alpenraum
Die größte Herausforderung stellen dabei die Erderwärmung und der damit verbundene Klimawandel dar. Im Alpenraum wirkt sich die Erwärmung deutlich stärker aus als im globalen Mittel. So stieg die Temperatur in den letzten 100 Jahren um knapp 2 °C an, global waren es nur etwa 0,8 °C. Prognosen für die kommenden 50 Jahre sagen für die Alpen sogar eine deutlich höhere Erwärmung voraus. Sie gehen von weiteren +1,4 °C bis 2050 und +3 bis +5 °C bis Ende des Jahrhunderts aus.

Unmittelbare Auswirkungen dieser Entwicklung sind Niederschlagsveränderungen, Extremwetterereignisse, tauender Permafrost und – besonders augenscheinlich – der dramatische Rückgang der Gletscher. Mittelbar verändern sich dadurch nicht nur das Landschaftsbild, der Wasserhaushalt und die Ökologie der Alpen, sondern auch die Wirtschafts- und Nutzungsmöglichkeiten für die ansässige Bevölkerung, für den Tourismus und speziell für den Bergsport. Angesichts von Gletscherschwund, Bergstürzen und Steinschlag ist mancherorts nicht mehr von einer Erst-, sondern von der Letztbegehung die Rede.

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Bild03 9 2017Bild 2 bis 3: Klimaforschung auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze; Forschungskoordinator Dr. Till Rehm erklärt die Ursachen und Auswirkungen des besonderen Klimawandels in den Alpen

Vereinbarkeit von Naturschutz- und Bergsportzielen

Vor diesem Hintergrund spricht sich der Deutsche Alpenverein in seinem aktuellen Grundsatzprogramm zur Vereinbarkeit von Naturschutz- und Bergsportzielen für „ein maßvolles und umsichtiges Nützen sowie ein vorausschauendes Schützen des Alpenraums“ aus. Mittels Leitlinien, Positionen und Forderungen sowie Handlungsgrundsätzen werden hierzu die Notwendigkeiten und Möglichkeiten aufgezeigt. Die Umsetzung dieses Programms bzw. bestimmter Teile liegt nun maßgeblich in den Händen der Alpenvereinssektionen. Dazu gibt es von der Bundesgeschäftsstelle auch konkrete Hinweise und Handlungsempfehlungen, die noch weiter mit Forschungsaktivitäten unterfüttert und ausgearbeitet werden. Zu nennen sind das unlängst abgeschlossene Projekt „Klimafreundlicher Bergsport“ und ein neues Projekt mit dem Titel „Bergsport mit Zukunft“.

Umsetzungsmaßnahmen in der Sektion Augsburg
Aus dem Grundsatzprogramm nebst begleitenden Informationen erscheinen für die Sektion Augsburg in nächster Zeit folgende Umsetzungsmaßnahmen interessant und machbar:

Umweltinformation und Umweltbildung
Hierbei geht es um die Berichterstattung von Umweltthemen in unserer Sektionszeitschrift und auf der Vereins-Website, um entsprechende Fortbildungsveranstaltungen sowie um die Einbindung des Natur- und Umweltschutzgedankens in unsere Ausbildungs- und Tourenveranstaltungen.

Umweltfreundliche Infrastruktur
Dabei handelt es sich um die ökologische Ausrichtung unserer alpinen und außeralpinen Infrastruktur für den Bergsport, d.h. insbesondere der drei Vereinshütten, der Geschäftsstelle und der Kletterhalle.

Umweltfreundliche Mobilität
Dies umfasst die Gestaltung einer ökologiekonformen An- und Abreise bei unseren Bergsportaktivitäten, verbunden mit einer entsprechenden Tourenplanung und -wahl.

Mitarbeit gerne erwünscht!
Wer sich gerne mit Anregungen und Wünschen oder gar Rat und Tat bei den benannten Aufgaben einbringen möchte, darf sich gerne an mich wenden.

In diesem Sinne bergsportliche und gleichsam naturverbundene Grüße,
Port JC
Ihr / Euer
Dr. Jochen Cantner,
Beisitz Natur, Umwelt, Kultur, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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